Bukarest, durch die Augen einer Künstlerin von Palästina

Mariam Awad ist 22 Jahre alt und kommt von Gazastreifen, Palästina. Seit sechs Monaten lebt sie in der Hauptstadt Rumäniens und sie ist Studentin bei der Bukarester Universität. Sie bereitet sich intensiv vor, um bei der Nationaluniversität für Theater und Kino „I. L. Caragiale” zu studieren.

Die Fotografie hilft Mariam, ihre Vision über das Leben vorzustellen.

Wenn man mit Mariam redet, stellt man fest, dass sie eine junge Frau mit einer faszinierenden Geschichte ist, eine mutige Frau, die ihr Heimatland verliess, um ihren Traum zu erfüllen. Ihr Traum ist, dass man schön, ohne Kriege, ohne Diskriminierung leben soll. Man soll alles lieben. Die Kunst hilft ihr, diese Botschaft zu vermitteln: Mariam hat ein grosses Interesse an Fotografie, aber auch an Kino und Theater.

Ursprünglich bereitete sich die junge Frau von Palästina im Gymnasium vor, um die Kurse einer Hochschule zu besuchen, die ihr helfen sollte, im medizinischen oder im Umweltbereich zu arbeiten. „Das war nicht mein Schicksal. Ich wünschte mir, unter den Absolventen einer Hochschule von Deutschland zu sein, aber das war nicht möglich, so dass ich ein Jahr lang das Raumdesign bei der Al-Aqsa Universität studierte”, erzählt Mariam.

Sie war von diesem Bereich nicht begeistert, so dass sie den Studienbereich änderte und in die „Multimedia” Abteilung aufgenommen wurde, deren Kurse sie mit ausserordentlichen Ergebnissen abschloss.

Durch ihre Arbeit fördert sie die Frau

Die junge Frau von Palästina entdeckt Bukarest durch die Kunstausstellungen.

So entstand ihre Liebe zur Fotografie, die sie zur Liebe zum Theater und Kino ergänzte.

Mariam bereitete sich ein Jahr lang bei Theatre Day Productions vor. Dort nutzte sie die Hilfe der internationalen und lokalen Meister aus, die sie unterstützten, in der Herangehensweise besonderer Themen für ihre Filme mutig zu sein.

Ihr erster Dokumentarfilm erzählt die Geschichte eines Mädchens, das ein Clown im Gazastreifen ist. Durch das Thema, die mutige Herangehensweise, aber auch wegen der Art und Weise, wie die Botschaft vermittelt wird, wurde die junge Frau von Palästina lokal und weltweit anerkannt. Der Weg zu neuen Opportunitäten wurde dadurch eröffnet.

Mariam verpasst keine Gelegenheit, die ihr ermöglicht, Vieles über die rumänische Kunst zu erfahren.

Nach dieser Geschichte wurde allmählich eine Gruppe von Dokumentarfilmen produziert, in denen die Geschichten der Frauen von Palästina vom Mittelstand, die in verschiedenen Bereichen arbeiten, erzählt werden. Das Projekt wurde vom Publikum gut aufgenommen und es wurde in der arabischen und in der ausländischen Presse mediatisiert.

Durch die zahlreichen Beteiligungen an den lokalen künstlerischen Veranstaltungen wurde sie in die Welt der internationalen Kunst aufgenommen. Nach dieser Gruppe von Dokumentarfilmen produzierte Mariam einen Kurzfilm zum Thema der Liebe im Gazastreifen. Durch den Film „Ibn Al-Jeeran” wurde sie bekannt und hatte mehr Chancen, im Ausland zu studieren.

Wegen meiner Liebe zur Kunst und zum Kino verliess ich mein Land. Es gab nur wenige Opportunitäten in meiner Stadt”, sagt mir Mariam.  Sie spricht zärtlich über den Ort, in dem sie geboren ist, worüber sie sagt, dass es, trotz der Armut und der Kriege, der schönste Ort aus der ganzen Welt ist, weil die Menschen hier freundlich sind. Aber sie sollte diese Welt verlassen, um ihren Traum zu erfüllen.

Bukarest hilft ihr, ihren Traum zu erfüllen

Die junge Frau liebt den Sport.

Dank ihrer Ergebnisse gewährte der rumänische Staat Mariam ein Stipendium und so kam sie im Oktober 2019 nach Bukarest.

Als sie vom Flughafen in die Stadt fuhr, konnte sie zum ersten Mal einen  Teil der Hauptstadt Rumäniens sehen. Als sie die Plakate überall auf den Strassen sah, war sie überzeugt, dass sie in diesem Ort ihren Traum erfüllen wird.

Auch wenn Mariam nur seit sechs Monaten in Rumänien ist, nutzte sie alle Opportunitäten aus, um alles über ihr Adoptionsland zu erfahren. Sie besuchte viele Plätze in Bukarest, aber sie fuhr auch nach Klausenburg, Sinaia oder Constanța.

Nach einem Ausflug in die Natur entdeckt sie neue Themen für ihre Kunst.

Die junge Frau liebt die französische Kinokunst und sie stellte fest, dass Rumänien und Frankreich viele gemeinsame Punkte haben. „Mindestens betreffend das Ausbildungsprogramm im Kunstbereich gibt es eine offenbare Ähnlichkeit. Aus diesem Grund rechne ich mit vielen Opportunitäten in Rumänien”, behauptet Mariam.

Sie verpasst keine Gelegenheit, Bukarest zu bewundern. Sie besucht die Museen der Stadt, die Kunstgalerien und die Theater. Es gefällt ihr, in die Parks der Hauptstadt Rumäniens spazierenzugehen und die alten Statuen und Gebäude zu bewundern. Viele Plätze erinnern sie an Paris und Rom. Sie liebt den Sport, so dass sie immer Sport im Herăstrău Park treibt.

Sie nutzt immer die Opportunität aus, um die rumänischen Kunst zu entdecken.

In der Freizeit sieht sie rumänische Filme. So hat sie die Möglichkeit, die Vision der Profis aus unserem Land zu entdecken und Rumänisch zu lernen.

Sie sagt mir, dass sie sich sehr wünscht, Vieles über den Einfluss der römischen Zivilisation auf diese Gebiete zu erfahren, denn sie hat ein grosses Interesse an die alte Geschichte.

Mariam hat das Kamera immer mit.

Nur nach sechs Monaten habe ich Freunde aus verschiedenen Ländern, die in Bukarest leben. Rumänien ist ganz besonders, denn es liegt in Osteuropa und hier sind die Menschen wärmer als im Abendland. Das Land ist ruhiger”, betont die Studentin von Palästina.

Mariam ist am Anfang ihrer Karriere und sie sucht immer neue Opportunitäten, wodurch sie sich als Künstler entwickeln könnte. Nach dem Abschluss der Studien, wenn sie diese Gelegenheit in Bukarest haben wird, möchte sie in unserem Land bleiben. Bis dahin konzentriert sie sich auf ihre Kunst und entdeckt ihre Adoptionsstadt Schritt für Schritt.

Autor: Ștefania Enache
Foto: Corina Gheorghe

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