Charalampos Konstantinidis: das Rumänische Athenäum ist ein Tempel der Musik

An schönen Tagen, wenn er ein wenig Freizeit hat, „versteckt sich” Charalampos Konstantinidis auf einer Bank im Cișmigiu Park um zu lesen und sich der Ruhe von diesem Ort zu erfreuen. Weil er die Bücher liebt, entspannt er sich auch in den traditionellen Buchhandlungen aus Bukarest. Er fühlt sich am besten, wenn er zum Rumänischen Athenäum geht, worüber er sagt, dass es ein „Tempel der Musik” ist.

Die Stundenten sind während dieser Zeitspanne wegen der Prüfungen überfüllt. Charalampos Konstantinidis ist immer aufgeregt, er teilt seine Zeit zwischen der theoretischen und der Musikausbildung. Er lernt, studiert, wiederholt.

Er fand aber ein wenig Zeit auch für uns und erzählte uns über seine Erfahrung in Bukarest.

„Die Musik ist das Gegenmittel meiner Seele gegen das Schlimme aus der Welt”

Der junge griechische-zypriotische Mann kommt aus Larnaka, die sich auf der Südküste von Zypern befindet.

Er ist 24 Jahre alt und hat viele Vorlieben. Ausser der Musik, liebt er auch die Literatur, die Kunst, das Theater, den Film und die Fotografieren. Eine echte Künstlerseele, die für alles, was schön ist, vibriert.

Charalampos Konstantinidis studiert die Geige bei UNMB.

In seiner Familie gibt es keine Tradition für die Musik und den ersten Kontakt mit diesem Bereich hatte er mit 9 Jahren, als er in einen Kinderchor aufgenommen wurde. Der Chordirigent erkannte seine Neigung, so dass er den Eltern sagte, als das Kind 11 Jahre alt war, dass der Junge ein Instrument spielen sollte. „ So begann ich die Geigenstunden und gleichzeitig die Musiktheoriestunden bei einer Privatinstitution. Ein Jahr später begann ich auch die Klavierstunden, als Nebeninstrument. Leider hatte ich nicht die Opportunität in einem Musiklyzeum zu studieren, weil eine solche Institution in meiner Stadt gegründet wurde, als ich mich vorbereitete, meine Lyzeumstudien zu beenden”, sagte uns der junge Mann.

Wie sein Vorname, strahlt Charalampos „vor Glück”, wenn er spürt, wie die Geigensaiten in seinen Fingern vibrieren. „Ich wählte die Musik, weil sie mein Leben sinnvoll macht und sie motiviert mich weiterzugehen. Die Musik wird zu meiner Stimme, wenn es mir schwer fällt, mich mündlich auszudrücken. Die Musik ist das Gegenmittel meiner Seele gegen das Schlimme aus der Welt”, behauptet der junge Mann.

Er kam nach Bukarest dank seinem rumänischen Meister

Sein Meister, der rumänische Geiger Sorin Alexandru Horlea überzeugte ihn nach Bukarest zu kommen. Er begegnete seinem Lehrer in Zypern, wo Sorin Alexandru Horlea ein Mitglied des Sinfonieorchesters ist und nach dieser Zusammenarbeit wollte er seinem Vorbild folgen und legte die Aufnahmeprüfung bei der Nationalen Musikuniversität von Bukarest ab.

Der Geiger Sorin Alexandru Horlea motivierte den jungen Griechen, nach Rumänien zu kommen.

Er ist ein ausserordentlicher Geiger und der beste Lehrer. Er war mein Vorbild und weil ich die Geige und die Musik liebe, entschied ich mich, demselben Weg zu folgen und bei der Nationalen Musikuniversität von Bukarest zu studieren, die  Sorin Alexandru Horlea auch besuchte. Ich kann sagen, dass meine Aufnahme in diese berühmte Universität sein Verdienst ist. Ausserdem hat Bukarest eine Tradition in der klassischen Musik und die Nationale Musikuniversität von Bukarest wird als eine berühmte Geigenschule anerkannt”, behauptet Charalampos.

Er erzählte uns, dass er dieses Instrument wählte, ohne eine heimliche Liebe dafür zu haben. Er wählte die Geige, weil sein Grossvater den Klang von diesem Instrument sehr liebte. „Danach wurde es zu einer Leidenschaft und einer Liebe, die dank meinem Lehrer immer stärker wird”.

Bukarest umarmt die Künstler, egal welche Staatsangehörigkeit sie haben

Weil die Musik eine Universalsprache ist, welche die Brücken zwischen den Kulturen aufbaut und die Menschen vereinigt, hatte Charalampos keine Probleme, als er zum ersten Mal in die Hauptstadt Rumäniens kam. „Ich stellte fest, dass die Rumänen aufnahmefähig, freundlich und nett sind. Immer wenn ich Hilfe brauche, steht mir jemand bei. Bukarest ist sehr aktiv, was die Kultur anbetrifft. Man sagt, dass die Musik eine Universalsprache ist, welche die Brücken zwischen den Kulturen aufbaut und die Menschen vereinigt. Aus diesem Grund ist Bukarest, vor allem mit den Künstlern, freundlich. Ich will sagen, dass es in unserem Bereich wichtig ist, ein guter Musiker, ein guter Künstler zu sein, egal welche Staatsangehörigkeit man hat. Wenn der Künstler gut ist, wird er Vorschläge für eine Zusammenarbeit, Konzerte, usw. bekommen. Meiner Meinung nach hängt alles von der persönlichen Leistung ab. Im allgemeinen bietet Bukarest den Künstlern viele Möglichkeiten und umarmt sie, egal welche Staatsangehörigkeit sie haben”, sagt der Student.

Auch wenn er manchmal wegen der Zukunft und seiner Karrierre unruhig ist, versucht Charalampos nicht mehr daran zu denken. Seine Priorität jetzt ist der Abschluss der Studien. Er lehnt keinen Anstellungsvorschlag in Bukarest ab. Und er lehnt auch keine Zusammenarbeit ab. Im Laufe der nächsten Monate hat er als Projekt ein paar Rezitale, aber vorläufig ist das nicht sicher. „Um aufrichtig zu sein, dachte ich nicht an die Möglichkeit, endgültig in Bukarest zu bleiben. Es ist eine Stadt, die mir anbieten kann, alles was ich mag und brauche. Natürlich, wenn ich hier arbeiten würde, werde ich hier bleiben. Aber wer weiss, was die Zukunft bringen wird?”, sagt der Geiger.

Die Plätze von Bukarest, die er besonders mag

Charalampos Konstantinidis erfreut sich derzeit der Schönheit von Bukarest und der Plätze, die er hier entdeckte.

Ich komme aus einer kleinen Stadt, deswegen glaube ich, dass ich die Energie von Bukarest, die Energie einer europäischen Hauptstadt besonders mag. Es gefällt mir nicht, dass die Akademien, aber auch die normalen Gebäude von Graffiti gedeckt sind. Bukarest hat viele Plätze, die man besuchen soll. Trotzdem ist das Rumänische Athenäum die beste Wahl. Ausser der raffinierten Architektur, die ich immer bewundere, ist das Rumänische Athenäum einer der schönsten Konzertsäle aus der ganzen Welt, mit einer ausserodentlichen Akustik. Für mich ist es ein Tempel der Musik, wo ich mich immer entspanne. Als Booklover liebe ich die traditionellen Buchhandlungen aus der Altstadt. Der dritte Lieblingsplatz ist der Cișmigiu Park. In der Regel gehe ich in den Park und sitze auf einer Bank um zu lesen und mich der Ruhe von hier zu erfreuen. Weil ich die Kunst liebe, gehe ich gern zum Nationalen Kunstmuseum Rumäniens, wo ich die Exponate der Nationalgalerie bewundere. Ich treffe mich auch sehr oft mit meinen Freunden in einer Konditorei in der Innenstadt, wo wir einen Kaffee trinken. Die kulturelle Umgebung von Bukarest entwickelte sich, was alle Kunstformen anbetrifft. So wie ich auch vorher sagte, ist es auch sehr aktiv. Jede Woche bedeutet ein anderes Konzert oder mehrere Konzerte am selben Tag, eine andere Ausstellung, eine andere Aufführung”, sagt der junge Geiger.

Der junge Student ist von den Exponaten aus den Museen begeistert.

Er ist der Meinung, dass man Bukarest ausloten soll, um die Schönheit zu schätzen. „Ich finde Bukarest als eine Art ‘Gotham City’ und es gefällt mir, die Stadt so zu nennen. Ich glaube, dass Bukarest in Europa berühmt ist. Die Stadt hat eine wichtige Geschichte und eine sehr reiche Kultur. Was man noch tun sollte, ist, dass die Strassen sauberer sein, dass die alten Häuser ausgebaut werden, dass es mehrere U-Bahn Haltestellen gibt. Die Stadtkunst sollte auch reduziert werden, in dem Sinne, dass besondere Plätze für Graffiti gegründet und die vorhandenen entfernt werden”, behauptet Charalampos Konstantinidis.

Autor: Ștefania Enache
Foto: Corina Gheorghe

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