In Rumänien konnte Rin Okuno fühlen, dass sie wirklich lebt

Über das Leben der Expaten, die in Bukarest zu leben wählten, sprach ich mit Rin Okuno, einer Tänzerin, die in unser Land aus dem weiten Land der aufgehenden Sonne kam. Sie verwunderte mich, als sie mir sagte, dass sie, zum Unterschied von Japan, wo es ihr ziemlich schwer war, sich ihrer Freizeit zu erfreuen, in Rumänien die Lebensfreude entdeckte. Die junge Ballettänzerin fühlt, dass sie in Rumänien wirklich lebt.

Auch wenn sie aus einem Land kommt, in dem die Tradition vorhanden ist, war Rin Okuno davon beeindruckt, dass Rumänien ihre Erbe fast vollständig bewahrte. Die Sängerin der Nationaloper von Bukarest erklärt aufrichtig, dass sie Europa mag und sehr froh ist, in Bukarest zu wohnen. „Hier (in Bukarest) ist die Luft ganz unterschiedlich. Es fällt mir schwer, genau zu sagen, was ich besonders mag: die Luft, den Duft. Zum Unterschied von Japan, fühle ich in Rumänien etwas anders. Und es gefällt mir”, betont die Balletttänzerin.

„Bukarest ist eine der schönsten Städte aus der Welt”

Wenn die Freunde aus Japan sie besuchen, geht Rin mit ihnen in die Bukarester Parks.

Wie fast alle Ausländer, mit denen ich sprach, erwähnt Rin auch die Bukarester Parks, die sie besonders mag. „In Japan gibt es sehr viele Betongebäude. In Bukarest gibt es viele Parks. Die Parks mag ich besonders. Es ist sehr schön spazierenzugehen. In Japan haben wir nicht so viele Parks. Ich fühle, dass die Zeit hier anders vergeht. In Japan läuft alles in einem wachsamen Rhythmus, hier kann ich meine Freizeit geniessen. Jetzt kann ich fühlen, dass ich lebe. Ich kann glücklich sein. In Japan fühlte ich das niemals. Dort sind die Leute immer beschäftigt und die Zeit vergeht so schnell, dass es mir schwer fiel, glücklich zu sein. Das gefällt mir in Bukarest”, sagt die Balletttänzerin.

Es gibt auch Sachen, die sie in der Hauptstadt Rumäniens stören, aber sie betreffen nicht die Stadt, sondern die Menschen. Die chaotische Art, auf der Strasse zu gehen, stört sie. Eigentlich ist es auch lustig, so „zufällig” zu gehen. Die Grobianen, die sie auf der Strasse rufen, ärgern sie auch. „Aber ich weiss, dass nicht alle Rumänen so sind. Meine Freunde, zum Beispiel, sind nett und freundlich. Sie kümmern sich immer um mich, damit ich mich nicht marginalisiert fühle. So dass die Leute, die ich zufällig treffe und nicht zu meinem Leben gehören, nicht wichtig sind. So wie ich sagte, liebe ich in Bukarest zu leben. Hier vergeht die Zeit langsamer als in den anderen Hauptstädten. Ich habe viele Freunde und mein bester Freund von der Nationaloper von Bukarest ein Rumäner ist. Es ist wundervoll, glückliche Menschen zu sehen”, sagt die junge Japanerin.

Die ausländischen Künstler integrieren sich sehr gut auf der Bukarester Bühne.

Wenn ein Freund aus Japan sie besucht, gehen sie zusammen „das Volkshaus” (das Palais des Parlaments) zu sehen. „Wir gehen auch ins Theater, in die Alte Innenstadt und zum SPA. Ich werde allen Touristen, die nach Bukarest kommen, empfehlen, das Gebäude des Parlaments zu sehen, in die Parks spazierenzugehen, verschiedene Speisen in den vielen Restaurants, die viel billiger als in andern Ländern sind, zu probieren. Und im Winter sollen sie die Weihnachtsmesse nicht verpassen. Bukarest ist eine sehr freundliche Stadt mit den Künstlern, welche diejenigen, die diesen Beruf wählen, ermutigt. Und das ist mehr im Vergleich zu Japan. Ich habe eine Botschaft, für die Bukarester, die mit der Stadt nicht zufrieden sind. Ich sage ihnen, dass ich Bukarest unter den schönsten Städten aus der ganzen Welt finde. Ich glaube, dass sie sich an Bukarest gewöhnten und sie vergessen, was sie haben”, erwähnt Rin.

Aus finanzieller Sicht ist es besser in Bukarest

Die Balletttänzerin aus Japan spielt ausserordentlich ihre Rollen bei der Nationaloper von Bukarest.

Rin kam nach Europa, sobald sie 18 Jahre alt wurde, als sie zu Auditionen für verschiedene Rollen eingeladen wurde. Unter der Anweisung eines Lehrers schickte sie den Lebenslauf und ein paar Videos an bestimmte Ballettfirmen. Sie bestand die Prüfung bei der Ballettfirma aus Kiev, beim Balletttheater aus Hermannstadt und bei der Nationaloper von Bukarest. Ich wählte Bukarest, weil zum Repertoire sehr viele klassische Lieder gehören, die ich besonders mag. Und hier werden auch zwei Vorstellungen wöchentlich gespielt, die verschieden Ballettarien beinhalten. Nicht zuletzt ist die Nationalopera von Bukarest das wichtigste Ballettunternehmen aus Rumänien”, behauptet die Tänzerin.

Rin erklärt, dass es einer Balletttänzerin in ihrem Heimatland, sehr schwer fällt, nur aus diesem Beruf zu leben. „Der Lohn der Tänzer ist für ein normales Leben nicht ausreichend. Man soll auch einen zweiten Arbeitsplatz haben, entweder sind sie Lehrer, oder sie arbeiten in den Cafes …  Ich habe eine gute Freundin, sie ist Tänzerin bei New National Theatre in Japan und sie muss abends in einem Café arbeiten und sie ist auch als Lehrerin tätig. Das ist der Hauptgrund, warum ich nicht wollte, Balletttänzerin in Japan zu sein. Und ich habe niemals die Absicht, zu Hause zu tanzen. Ich werde nach Hause, nach Japan, am Ende meiner Karriere als Balletttänzerin zurückfahren”, sagt Rin traurig.

Ein beeindruckender Lebenslauf

Rin Okuno erwarb sie sehr viele Preise bei den Ballettwettbewerben in Japan, in den Vereinigten Staaten, in China.

Rin Okuno ist bei der Nationaloper von Bukarest seit 2012 tätig. Sie begann, den Tanz bei Swako Murase Ballet Studio (in Japan) zu studieren. Danach entwickelte sie sich durch die Beteiligung an den Workshops bei der Königlichen Dänischen Schule, bei der Ballettschule von John Cranko (in Deutschland), beim Ballett von Hamburg, beim Europäischen Tanzzentrum von Paris, bei der Metropolitanischen Ballettakademie von New York. Seit 2005 bis zu diesem Zeitpunkt erwarb sie sehr viele Preise bei den Ballettwettbewerben in Japan, in den Vereinigten Staaten, in China, usw.

Auf der Bukarester Bühne können Sie sie in den Aufführungen „Der Schwanensee”, „Der Nussknacker”, „Dornröschen” sehen. Sie hat ebenfalls drei Rezitale im BallettCarmina Burana”.

Autor: Ștefania Enache
Foto: Corina Gheorghe

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