Mariano Jose Castro ist ein Künstler, der auf internationaler Ebene anerkannt ist, der auf den wichtigen Bühnen weltweit spielte und Bukarest „zu Hause” nennt. Wegen einer Liebesgeschichte blieb er in unserem Land, denn Simona, seine Frau ist Rumänin. Sie heirateten im Jahre 2013, in Buenos Aires und entschieden sich, dass es besser wäre, in Bukarest zu leben.
Mariano ist in Buenos Aires, in Argentinien geboren und er entdeckte die Musik früh. Mit sechs Jahren studierte er schon in der Schule die Flöte und die Gitarre und ein paar Jahre später das Klavier. Er besuchte die Hochschule (das Konservatorium für die Musik Melani) in der Heimatstadt und er hatte den Vorteil, dass Buenos Aires eine kulturelle Hauptstadt von Lateinamerika ist, weil die Stadt von den europäischen Einwanderern gegründet und entwickelt wurde.
Er hat eine Doppelspezialisierung: das Klavier und die Gitarre. Der argentinische Künstler ist sehr begabt (Klavierspieler, Gitarrenspieler, Komponist, Orchestrator, usw.), und hatte über 30 internationale Tournees in den Vereinigten Staaten, Kanada, Brasilien, Ecuador, Italien, in der Schweiz, in Deutschland, Rumänien, Frankreich, Russland, Portugal, Polen, Spanien, Dänemark, Bulgarien, Holland, Tschechien und Litauen.
Mariano Castro wurde zweimal zu den Latin Grammy Awards (im Jahre 2009 und 2010) Preisen für die Kategorie „Das beste Tangoalbum” nominiert.
„Wahrscheinlich was mich zu diesem Bereich führte, war die Möglichkeit, die Gefühle wortlos zum Ausdruck zu bringen. Ich wusste das nicht, als ich ein Kind war. Es fiel mir schwer, meine Gefühle zu äussern, aber gleichzeitig war ich empfindlich. Durch die Musiksprache fand ich einen Weg, meine Gefühle zu äussern, die Empfindlichkeit zu zeigen und den Menschen näher zu kommen”, sagt uns Mariano.
Es ist nicht einfach, eine Karriere in diesem Bereich zu entwickeln und die Künstler kämpfen sich täglich dazu. Der Musiker von Argentinien verzichtete niemals auf seinen Traum, er traut sich und bemüht sich, um seine Ziele zu erreichen. „Es ist nicht einfach, aber es ist ein würdiger Kampf”, behauptet Mariano.

Er rät gerne den Kindern, die eine Karriere in der Kunst haben möchten. „Wenn es ihnen gefällt, was sie tun, sollen sie weiter gehen und ihren Träumen folgen. Es ist sehr wichtig zu wissen, was man sich wünscht und was man liebt. Man soll von den anderen nicht beeinflusst werden. Wenn man nicht weiss, was man will, ist es schwerer zu entscheiden, zum Künstler zu werden. Offensichtlich reicht die Begabung nicht aus. Als ich Lehrer war, konnte ich prüfen, dass ein Kind, das „nicht so begabt war”, das aber wusste, was er will und daran arbeitete, die begabten Kinder danach überholte. Die Begabung garantiert nichts. Es ist wichtig, aber man soll auch arbeiten”, erklärt der Musiker.
Die Bukarester sollten schätzen, dass sie eine sichere Stadt haben
Mariano kam zum ersten Mal in Bukarest im Jahre 2009, auf einer Tournee in Europa. „Ich war beeindruckt, als ich beobachtete, wie gastfreundlich die Leute waren, ich fühlte mich immer gut hier und bin dankbar. Der erste Eindruck war über die Architektur der Stadt. Hier kann man adlige Palaste sehen, wunderbare Parks wie in Österreich sehen, die sich neben einem kommunistischen Gebäude befinden. Es ist eine „Mischung”, wovon ich nichts wusste. Im allgemeinen war der erste Eindruck positiv. Eigentlich kennt man in Argentinien nur Weniges über Rumänien, so dass ich ohne Vorurteile kam”, erinnert sich der Künstler.
Nach dem Besuch von 2009 folgten andere und im Jahre 2011, als er eine neue Tournee in Europa hatte, lernte er seine künftige Frau in Bukarest kennen und sein Schicksal änderte sich. „Ich blieb in Rumänien, nachdem ich in Buenos Aires im Jahre 2013 Simona, eine Rumänin heiratete. Wir entschieden uns, in Bukarest, wo sie arbeitet, zu leben, denn es war einfacher für mich, in einem fremden Land zu sein. Ich dachte, dass ich viele Konzerte in Europa hatte, so dass wir uns entschieden, in Bukarest zu bleiben”, erzählt Mariano.

Er bedauert diese Wahl nicht. Er liebt Bukarest, weil es viele Parks gibt, die ruhig sind. „Wenn man von Buenos Aires kommt, kann man sagen, dass Bukarest ruhig ist. Die Stadt ist überfüllt, aber die Bevölkerungsdichte ist geringer im Vergleich zu anderen Hauptstädten. Und ich mag die Ruhe. Das kulturelle Leben (die Theater, die Museen, usw.) begeistert mich und es gefällt mir, den Winter hier zu verbringen. Der Winter ist ganz anders als in Buenos Aires. Bukarest vermittelt ein Sicherheitsgefühlt, unter anderem. Bukarest ist eine Hauptstadt, wo man in Sicherheit ist. Vielleicht verstehen das viele Einwohner nicht, aber man soll das bemerken, wenn man es mit den anderen Städten vergleicht. Zum Beispiel meine Cousine lebt in Bologna, in Italien und sie sagte mir, dass sie ihre Tasche im Auto nicht lassen kann, denn sie hat Angst, dass es gestohlen wird. In Bukarest haben die Musiker keine Angst, die Instrumente im Auto, das nicht überwacht wird, zu lassen. Was ich nicht mag, sind die vielen Autos auf der Strasse. Ich fahre nicht, das ist mein Beitrag zum Verkehr von Bukarest. Was mir im allgemeinen nicht gefällt, aber nicht nur in Bukarest, sondern überall, sind die Respektlosigkeit, der Schmutz, die Korruption, die fehlenden Regeln und Grundsätze, die es sowohl hier, als auch in Argentinien gibt”, erklärt der Musiker.
Er mag die Parks von Bukarest sehr und der Herăstrău Park ist besonders für ihn, denn hier hatte er das Konzert im Jahre 2011, als er seine Frau kennenlernte. Simona war unter den Veranstaltern des Ereignisses. „Jetzt gefällt es mir zu laufen und in den Herăstrău Park radzufahren. Ein anderer Platz, den ich liebe, ist das Rumänische Athenäum, ich finde es magisch und wichtig für die Musik und die Kultur von Bukarest. Ich war sehr glücklich, als ich auf dieser Bühne spielte, wo berühmte Persönlichkeiten der Klassik spielten”, behauptet Mariano.

Er mag auch die Altstadt, denn es ist den Gegenden aus anderen Städten ähnlich. Dieser Platz erinnert ihn an seine ersten Besuche in Bukarest.
Der Flughafen Henri Coandă vermittelt ihm ein besonderes Gefühl, denn Mariano glaubt, dass der Flughafen ein Fenster zur Welt ist. „Die Botschaft von Argentinien mag ich auch. Eigentlich der Amtssitz des Botschafters, denn dort treffen sich alle Argentinier, die in Bukarest leben, wir verbringen den Nationalfeiertag zusammen, wir haben kulturelle Tätigkeiten, Konzerte und wenigstens dort haben wir den Eindruck, dass wir in unserem Land sind. Wenn wir Freizeit haben, gehen wir zum Konzert, zum Abendessen mit den Freunden, zu verschiedenen kulturellen Ereignissen. Ich versuche mit meiner Frau, dass wir auch ein soziales Leben haben und das bedeutet nicht unbedingt ein besonderer Ort. Ich bin lange in meinem Studio, wo ich arbeite und experimentiere. Es ist wichtig, einen Platz zu haben, wo man schöpfen kann”, sagt uns Mariano.
Die Hauptstadt Rumäniens entwickelte sich sehr in den letzten Jahren
Alle Ausländer, die in Rumänien leben, behaupten, dass Bukarest sich änderte. Die Stadt entwickelte sich sehr aus kultureller Sicht, es gibt viele Konzerte, Festivals, die Unterhaltungsindustrie erweiterte sich. Dadurch wird die Hauptstadt Rumäniens im europäischen Umfeld und weltweit bekannt. „Es ist wahr, dass ein Festival wie das Festival George Enescu nur in wenigen Ortschaften stattfindet und ich freue mich, dass es sowohl in Rumänien, als auch im Ausland beliebt ist. In Rumänien leben viele begabte Menschen. Das sage nicht nur ich. Viele ausländische Musiker erklärten das. Die Musikschulen, wo die Kinder von klein auf studieren, sind sehr wichtig. Zum Beispiel im November letztes Jahr wurde ich zu Lugoj eingeladen, um ein Klavier- MasterClass für die Schüler zu unterrichten. Ich sollte vor allem mit zwei Schülern arbeiten. Sie hatten einen internationalen Klavierwettbewerb mit einem Kunstwerk des argentinischen Komponisten Astor Piazzolla gewonnen. Ich war überrascht, als sie für mich spielten. Sie waren ausserordentlich! Über den Fachunterricht von Bukarest habe ich auch einen sehr guten Eindruck und ich denke vor allem an die Nationale Musikuniversität von Bukarest. Ich hatte das Glück, mit fast allen Orchestern zu spielen und man kann sofort bemerken, wie begabt die Instrumentisten sind. Ich kenne die Lehrer der Nationalen Musikuniversität von Bukarest persönlich und ihre Ausbildung entspricht den internationalen Anforderungen, sie sind ausserordentliche Lehrer. Aus pädagogischer Sicht bin ich mit ihren Methoden nicht zu 100% einverstanden, aber ihre Schüler werden die besten Musiker sein, sie sind besser als die Musiker aus anderen Ländern. Man kann die rumänischen Musiker in allen wichtigen Orchestern von Europa bewundern. Das bedeutet, dass der Musikunterricht in Rumänien sehr gut ist”, behauptet der Musiker.
Mariano Castro ist ein internationaler Künstler, der im kulturellen Leben von Bukarest involviert ist. Im Laufe der Zeit beteiligte er sich an vielen wichtigen Projekten für die Bühne aus unserem Land. Diese Projekte wurden auch im Ausland veranstaltet und er wurde zu einem Botschafter Rumäniens.


