Wir kommen zum Wohnviertel zurück, wo die Strassen die Namen der Hauptstädte haben. In dieser Gegend von Bukarest kann man die Schönheit bewundern, es ist eine faszinierende Welt, wo man allmählich lernte, die architektonischen Stile des vorherigen Jahrhunderts zu identifizieren. Wir sind in Rabat, auf der Rabat Strasse.

Als Berührungspunkt mit der Alexander Strasse, kreuzt sich die Rabat Strasse mit den Ermil Pangrati und Emil Zola Strassen bis zur Athen Strasse. Beide gehen bis zur Ankara Strasse, indem sie so den eleganten kleinen Park „Khalil Gibran” abgrenzen.
Die faszinierende Geschichte des Villas von Nummer 1
Unsere Reise beginnt vom Fliegerboulverad, mit seinen breiten Gehsteigen. Nach ein paar Schritten auf der geheimnisvollen Alexander Strasse, mit den Denkmälern-Villas, die von den Bäumen bewacht werden, kommt man vor einem Haus an, das mit scheinbar roten Ziegeln verdeckt wird. Es ist eines der Gebäude von Bukarest, an denen man vorbeiführt, ohne die Geschichte hinter den Mauern zu vermuten.
Und hier, auf der Rabat Strasse, bei Nummer 1, bei der Kreuzung mit der Ermil Pangrati Strasse, kommt man zu einem besonderen Treffen der Geschichten an. Sowohl der Besitzer, als auch der Architekt waren zwei Persönlichkeiten, welche die historische Entwicklung Rumäniens beeinflussten.

In diesem imponierenden Haus, dessen Grossartigkeit uns offenbart wird, kann man die Seelenspuren des Besitzers, des Ingenieurs Constantin Bușilă und des Architekten Duiliu Marcu fühlen.
Wenn man sich die Häuser aufmerksam ansieht, kann man beobachten, dass sie die Macht haben, Geschichten zu erzählen. Und das Villa von Nummer 1 hat eine faszinierende Geschichte.
Das Gebäude gibt es heute, weil der Ingenieur Constantin Bușilă (1877-1950) es sich wünschte. Eine der wichtigsten Persönlichkeiten der Universität Politehnica von Bukarest, unterrichtete Constantin Bușilă 40 Jahre lang in einem Bereich, der damals am Anfang war: die Elektrizität. Durch seine Arbeit hatte er einen wichtigen Beitrag zum rumänischen energetischen System.
Constantin Bușilă ist eine der Persönlichkeiten des technischen Unterrichts aus unserem Land. Er war Prorektor der Universität Politehnica von Bukaresat, Dekan der Fakultät für die Elektromechanik und ab 1937 wurde der Ingenieur zum Mitglied der Akademie für die Wissenschaften aus Rumänien ernannt. Er hat einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung der rumänischen Industrie und der Ausbildungsschule für diesen Beruf.
Auch wenn Constantin Bușilă durch seine Veranlagung kein Politiker war, hatte er zwischen den Jahren 1941-1943 die Stelle des Ministers für die öffentlichen Arbeiten und Kommunikationen in der Regierung von Antonescu. Für die künftige Herrschaftsform war es nicht wichtig, dass er sich von der politischen Tätigkeit trennte und das Ministerium für die öffentlichen Arbeiten am besten verwalten wollte. Trotzdem wurde er im Herbst 1944 festgenommen. Der Sohn des Kapitäns Dimitrie Bușilă – Held der rumänischen Armee, der im Kampf im Monat August 1877, im Krieg für die Selbständigkeit Rumäniens starb, wird auch zu einem Opfer…
Kommen wir zum Villa auf der Rabat Strasse zurück. Das Haus hat die Unterschrift des Architekten Duiliu Marcu. Das Gebäude wurde im Zeitraum 1932-1933 mit dem typischen Stil des Architekten errichtet, aber gleichzeitig werden auch die Wünsche des Besitzers hervorgehoben.
Mit ausgeglichenen Grössen und einfachen Zierelementen (Steinrahmen, mit dem Spiel der scheinbaren Ziegel, waagerechte Fenster, die im Längsschnitt angeordnet werden, die Eisenelemente von Art Deco), nimmt das Gebäude wenig Platz ein.
Das ist nicht das einzige Gebäude von Duiliu Marcu in dieser Gegend. Es gibt auch andere Gebäude von ihm auf anderen Strassen. Zum Beispiel auf der Washington Strasse bei Nummer 9 (Das Haus von George Georgescu). Wir hatten auch die Gelegenheit, das Victoria Palast zu bewundern.
So wie er auch im Jahre 1960 für die Architektur Zeitschrift, die vom Technischen Verlag veröffentlicht wurde, erklärte, kümmerte sich Duiliu Marcu immer, originale rumänische Lösungen zu finden. Der Architekt nahm aus der klassischen Architektur „nur die Klarheit, die Einfachheit, das Gleichgewicht, die Euritmie, die Ausmasse, die Genauigkeit der ausführlichen Studien”. Und das rote Villa am Ende der Rabat Strasse zeigt das am besten.
Das Villa von Nummer 1 ist der Punkt, wo die Geschichten von zwei Akademikern, sehr wichtigen Menschen, Gründern der Schulen in ihrem Bereich: Energetik und Architektur sich kreuzen.
Und die Geschichte geht weiter

Wir gehen weiter und bei Nummer 5 sieht man ein anderes Denkmal- Gebäude, das im neoklassischen Stil gebaut wurde. Bei Nummer 7 gibt es ein anderes Denkmal- Gebäude, das im neorumänischen Stil mit Holzelementen gebaut wurde. Beide Gebäude sind heute der Sitz der Botschaften.
Ein bisschen weiter, bei Nummer 16, gibt es ein Villa im neorumänischen Stil, das von der rustikalen Vegetation verborgen wird und bei Nummer 18-20 beobachtet man ein anderes Denkmal- Gebäude im neoklassischen Stil.
Auf der Seite mit ungerade Zahlen, bei Nummer 19, ein anderes Denkmal- Gebäude, das im neorumänischen Stil, nach den Plänen des Architekten Cristofi Cerchez gebaut wurde. Es geht um das Villa ”Sofia und Eliza Candiano – Popescu”. Ein anderes Haus mit einer Geschichte….
Ursprünglich als Duplex, auf dem Gelände entworfen, kann man heute nur die Hälfte davon entdecken. Es ist aber wichtig, dass das Gebäude noch elegant ist.

Das Villa wurde im Zeitraum 1912-1913 gebaut. Es war damals mit der Bezeichnung „die schöne Bukaresterin” bekannt. Die Wohnung war für die Ehefrau und die Tochter des Generals Alexandru Candiano-Popescu (1841-1901) bestimmt.
Wenn man nur auf einer Strasse mit dem Namen einer Hauptstadt ging, konnte man viele Geschichten über Bukarest des vorherigen Jahrhunderts entdecken. Deswegen lade ich Sie ein, die Reise mit einer anderen Hauptstadt fortzusetzen.


