Die Kälte verhindert uns nicht, neue faszinierende Plätze von Bukarest zu entdecken. Wir sind auf dem Iancu de Hunedoara Boulevard, eine der Hauptverkehrsstrassen der Stadt, welche die südliche Seite der Gegend bestehend aus den Strassen mit dem Namen einer Hauptstadt begrenzt.
Der Boulevard beginnt auf der Siegesstrasse und führt zu wichtigen Plätzen von Bukarest: die Siegesstrasse, die Dorobanți Strasse, der Obor Platz.
Von London nach Oslo
Unsere Landkarte führt uns zu einer ruhigen Gegend der Stadt. Nachdem wir am Siegesplatz, auf dem Iancu de Hunedoara Boulevard links vorbeikommen, gehen wir zur London Strasse.
Anlässlich der langen Spaziergänge im Wohnviertel, wo die Strassen die Namen der Hauptstädte oder Länder haben, entdeckten wir, dass Rom und London eine Art „Leiter” bilden, die auf diesem Boulevard stützt und die „Treppen” sind die anderen Parallelstrassen: Tokio, Oslo, Bern und ein bisschen weiter Washington und Haag.
Unser Bestimmungsort ist die Oslo Strasse, eine schattige Allee, wo man links die „Park-Höfe” des Gebäudes sehen kann, in dem sich die Schatzkammer von Sektor 1 befindet (das Gebäude ist auf der London Strasse lokalisiert) und das Villa auf der Rom Strasse Nummer 7, wo damals der Sitz des Finanzamtes von Sektor 1 war.
Am Ende der Oslo Strasse von Rom befindet sich ein Villa, das der bekannte Architekt Ion D. Berindey für seine Mutter Ana Berindey entwarf. Es geht um das Gebäude auf der Rom Strasse Nummer 14.
Robustheit, Nüchternheit, Eleganz
Über diese „Park-Höfe” kann man sagen, dass sie auf der Oslo Strasse „toleriert” sind, denn die Häuser haben die Postanschrift auf zwei benachbarten Strassen: Rom und London.
Trotzdem hat die Oslo Strasse eine besondere Persönlichkeit. Sie wird von den Gebäuden geprägt, die wir auf der Seite mit den geraden Zahlen entdecken, wo mehrere Gebäude aus der Zwischenkriegszeit bewundert werden können.

Robust, ausgewogen und schlicht, ohne Verzierungsdetails, haben alle Häuser die Züge des Gebäudes von Nummer 4, das im Jahre 1937 nach den Plänen des Architekten Nicolae Nedelescu gebaut wurde.
Durch seine Arbeit erinnert Nicolae Nedelescu an seinen Mitarbeiter und Lehrer: den Architekten Horia Creangă. Nedelescu arbeitete eigentlich in der Praxis von Horia Creangă. Er war hier im Zeitraum 1935-1939 tätig, als er auch das Villa auf der Oslo Strasse Nummer 4 entwarf. Sie hatten eine enge Beziehung und arbeiteten bei der Gesellschaft, die von Creangă gegrüdet wurde, zusammen.
Als er neben seinem Mentor arbeitete, war Nicolae Nedelescu ein starker Anhänger der funktionalisten Architektur. Dieser Stil setzt auf die wirksame Benutzung eines Raums. Die Funktionalisten erstellen Pläne für billigere Gebäude, weil die Flächen geringer sind, aber das Komfort ist den grossen Häusern ähnlich.
Als ein ausserordentlicher Zeichner behielt Nedelescu auch in seinen künftigen Kunstwerken den Einfluss dieses Architekturstils. Als Beweis dafür stehen der Băneasa Bahnhof (dieses Gebäude wird auch als der Königliche Bahnhof bekannt. Nedelescu erstellte die Pläne für das Gebäude des Königlichen Bahnhofs und für den Bahnsteig), wofür er mit dem Architekten Duliu Marcu zusammenarbeitete oder die Wohnungs- und industriellen Gebäude, die nachträglich nach seinen Plänen errichtet wurden.
Die Oslo Strasse behielt den Stil, der von Nedelescu geprägt wurde und es zeichnet sich durch die schlichten Gebäude und ihre Form aus.

Im Unterschied zu anderen Strassen mit dem Namen einer Hauptstadt, ist die Oslo Strasse nicht grosszügig mit den Touristen, die sich wünschen, möglichst viele Architekturjuwele zu entdecken. Allerdings war sie nicht so glücklich wie ihre „Schwestern”, die sich auf grösseren Oberflächen verwöhnen.
Trotzdem ist es interessant, dass auf einer so kleinen Strasse ein Wohnraum besteht, wie auf den anderen Strassen, wo mindestens zehn Gebäude errichtet wurden. Oslo ist das beste Beispiel für eine wichtige Zeit der Geschichte Rumäniens betreffend die Architektur.
Nicolae Nedelescu war ein starker Anhänger der Modernisierung unseres Landes und das widerspiegelte sich in seiner Arbeit als Architekt sehr gut. Das Gebäude auf der Oslo Strasse, das seine Unterschrift hat, zeigt das am besten.
Aber lassen wir Oslo hinter uns und gehen wir zu einem anderen Bestimmungsort: Bern.


