Franco Aloisio, der Italiener, der die Jugendlichen mit Problemen in die Gesellschaft integriert

Die Geschichte von Franco Aloisio, der Italiener, der das Heimatland verliess und nach Rumänien kam, ist ganz besonders. Wir führten Ihnen bisher die Geschichten der Expaten vor, die unser Land zum beruflichen Zweck wählten, um ihre Karriere zu entwickeln oder um ein Geschäft aufzubauen. Der Italiener Franco Aloisio hatte ein anderes Ziel, als er nach Bukarest kam: er wollte die Jugendlichen mit Problemen in die Gesellschaft integrieren. Deswegen involvierte er sich in die Stiftung, die Miloud Oukili, ein franko-algerischer Clown gründete, um die Strassenkinder mit Hilfe der Kunst zu unterstützen.

Franco ist 52 Jahre alt und er ist im Süden Italiens geboren. Von klein auf, mit 15 Jahren begann er zu arbeiten. Gleichzeitig studierte er auch beim Gymnasium und bei der Hochschule. Er hatte den ersten Job im Bauwesen, neben seinem Vater.

Als er Student war, hatte er die Chance beim Bürgeramt von Mailand als besonderer Erzieher für die Kinder und Jugendlichen, die auf den Strassen lebten, zu arbeiten. Im Jahre 1996 kontaktierte er eine internationale Stiftung, die ihm vorschlug, nach Nepal zu fahren, um ein Programm zur Unterstützung der Strassenkinder zu implementieren. Er nahm die Herausforderung an und eineinhalb Jahre war er in Nepal.

Er kam für drei Monate und blieb das ganze Leben

Als er zum ersten Mal in Bukarest am Anfang des Jahres 2000 ankam, hatte er vor, nur drei Monate in Rumänien zu bleiben, um eine Durchführbarkeitsstudie für die Parada Stiftung zu erstellen. Die Dinge entwickelten sich aber weiter und schon 20 Jahre sind vergangen, seitdem Franco Aloisio in Rumänien ist.

Ich erinnere mich, dass ich am 7. Februar in Bukarest ankam. Es schneite, es war sehr kalt. Meine Kollegen hatten mir eine Wohnung in Titan, am Stadtrand reserviert. Von meinem Fenster konnte ich die Dämpfe aus dem Gully und die Arbeiter, die zur Arbeit gingen, beobachten. Und ich wohnte in einer Wohnung mit einem grossen Plakat auf einer Schlafzimmerwand, der eine tropische Insel darstellte. Das Ganze war zwiespältig. Es war mein erster Abend in Bukarest”, erzählt Franco.

Der Italiener sagt mir, dass die Hauptstadt Rumäniens ihn von Anfang an wegen der exotischen Stimmung faszinierte, es schien eine Grenzenstadt zu sein. Es war die Tür zwischen Osten und Westen. „Überall herrschte der Strassenhandel, ein grosser Basar. Für mich war das romantisch”, behauptet Franco.

Von Anfang an wusste er, dass die Menschen freundlich und vor den Ausländern offen sind. „Ich war der einzige Ausländer in der Gruppe, in der ich arbeitete und die Kollegen unterstützten mich sehr, mich zu integrieren”.

Seit damals sind 20 Jahre vergangen und in der Zwischenzeit baute Franco sein Leben in Rumänien auf. Er beteiligt sich an den sozialen Tätigkeiten und ist in den Projekten involviert, die sowohl die Integration der Jugendlichen mit Problemen auf den Arbeitsmarkt, als auch die Unterstützung der Erwachsenen, die in einer schwierigen Lage sind, betreffen.

Er ist auch in den Angelegenheiten betreffend den Umweltschutz involviert und gründete mehrere Vereine in diesem Bereich. Er verdient sein Gehalt von seiner Beratungsfirma im Bereich der europäischen Fonds. Er ist sowohl in den sozialen, als auch in den wirtschaftlichen Angelegenheiten von Bukarest involviert.

„Bukarest wurde zu einer europäischen Stadt”

Franco Aloisio lebt seit 20 Jahren in Rumänien.

Während der zwanzig Jahre, seitdem er in unserem Land lebt, konnte er beobachten, wie die Hauptstadt Rumäniens sich im Laufe der Zeit entwickelte. Er sagt mir, dass Bukarest in den letzten 20 Jahren zu einer europäischen Stadt wurde und die Lebensbedingungen verbesserten sich massgeblich. Die Okzidentalisierung Rumäniens hat aber nicht nur einen guten Teil, denn unser Land übernahm auch viele Probleme, die den westlichen Ländern spezifisch sind. Trotzdem ist Bukarest in Europa einzigartig.

In seinem Adoptionsland konnte er viele schöne Plätze entdecken, die Franco Aloisio allen Besuchern empfiehlt. In Bukarest, zum Beispiel, empfiehlt er den Cișmigiu Park. Es war der erste Park, den er besuchte, als er in die Stadt ankam und es erinnert ihn an die alte Stadt.

Die Stavropoleos Kirche gefällt mir sehr gut. Wenn ich in der Innenstadt bin, verpasse ich niemals die Gelegenheit, mindestens zehn Minuten in dieser Kultstätte zu bleiben. Es vermittelt mir Ruhe und seelischen Frieden. Auch wenn ich nicht religiös bin, fühle ich mich gut dort. Wenn ich auch andere Plätze empfehlen sollte, denke ich an den Piata Romana und Bulevardul Magheru. Ich lebte ein Jahr lang dort und damals gefiel es mir nicht. Aber jetzt fühle ich mich wie zu Hause hier. Ich fühle mich wie im ersten Jahr, als ich nach Bukarest kam. Ich vermisse den Lärm, den ich vom Fenster meiner Wohnung im zweiten Stock hörte, der mir zeigte, dass die Stadt lebendig ist”, behauptet Franco Alosio.

Er wird weiter in Rumänien, in Bukarest, die Stadt, die ihn in einem kaltigen Wintermonat adoptierte, leben. Franco Alosio ist überzeugt, dass er die Gelegenheit haben wird, die wichtigste kulturelle, soziale und wirtschaftliche „Revolution” der Hauptstadt Rumäniens zu erleben.

Autor: Ștefania Enache
Foto: Corina Gheorghe

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