Auf Schritt und Tritt erzählt Bukarest eine Geschichte. Man kann die Geschichten der Strassen erfahren, nur wenn man die täglichen Sorgen eine Weile vergisst. Mit Hilfe der Menschen kann man den Lebensrhythmus von diesem Ort am besten spüren.
Heute stellen wir Ihnen eine Stadt der Künstler vor, der Menschen, wofür die Stadt eine Muse ist.
Angela Ilioska ist einer der Künstler, die die Hauptstadt Rumäniens wählten. Sie kam hier um zu studieren und heute ist sie glücklich in der Stadt, die sie adoptierte und wo ihren Traum erfüllte: die Dirigierenkunst.
Die Musik wurde zur Linderung
Die 23- jährige Frau ist in Kruševo, in Mazedonien geboren. Sie studierte in ihrem Heimatland, in Bitola, bei der Abteilung für die Musiktheorie und Flöte. Als Kind wurde sie nicht von ihren Eltern zur Musik forciert. Angela entdeckt ihren Weg allmählich, natürlich.
„Den ersten Kontakt mit der Musik hatte ich bei einem Gesangfestival mit Aromunenmusik für die Kinder, ohne zum Singen begabt zu sein. Vor dem Gymnasium bereitete ich mich zwei Jahre lang mit dem Musiklehrer aus der Heimatstadt im Musikbereich vor. Er bemerkte, dass ich auf die Musik besonders aufmerksam bin. Weil ich in einer kleinen Stadt lebte, hatte ich nur schwer Zugang zu den Lehrern, mit denen ich mich im Musikbereich vorbereiten sollte. Ich wurde von Anfang an darauf hingewiesen, dass ich mich aufopfern soll, weil der Weg schwer ist”, erzählt Angela.
Und ihr Leben war nicht einfach! Nach dem Tod ihrer Mutter war die Musik die einzige Linderung. Nur durch die Kunst konnte sie ihre Gefühle zum Ausdruck bringen. Sie lebte mit ihrem Vater und mit dem jüngeren Bruder und fokussierte sich auf die Leidenschaft, wodurch sie ihren Weg finden konnte.
Ihr Vater war nicht sehr froh und unterstützte sie nicht, als sie ihm sagte, dass sie nach Rumänien fahren wird, um Musik zu studieren. „Weil mein Vater keine Studien in diesem Bereich hatte, unterstützte mich nicht. Trotzdem verzichtete ich auf meinen Traum nicht. Ich war im letzten Jahr, als ich hörte, dass es ein Stipendium für die Aromunen gibt, wodurch man bei der Nationalen Musikuniversität von Bukarest kostenlos studieren kann. Damals wusste ich nur Weniges darüber. Ein persönlicher Grund, warum ich diese Stadt wählte, ist die besondere Architektur, die irgendwie meiner Stadt ähnlich ist”, betont die junge Künstlerin.
Sie wählte das Dirigieren

Angela Ilioska ist kein üblicher Künstler. Die junge Frau von Mazedonien wählte einen Bereich, der in der Regel mit den Männern verbunden wird. Es geht um das Dirigieren. Nur wenige Frauen wählen dieses Gebiet.
„In der XI. Klasse hatte ich den ersten Kontakt mit dem Dirigieren. Im Lyzeum war der Kurs verbindlich. Die Lehrerin war sehr streng und man sollte ernst sein. Ich liebte dieses Fach, obwohl es am Anfang unmöglich schien, aber dadurch entstand meine Liebe. Ich begann, die wichtigen Dirigenten, wie Arturo Toscanini und Herbert von Karajan zu studieren. Es gibt viele Hindernisse für eine Frau, die einen so komplexen Beruf wählt, der eigentlich den Männern passt. Ich wählte, von den möglichen Reaktionen nicht betroffen zu werden und ich will glauben, dass es keinen Unterschied zwischen Mann und Frau gibt, was das Dirigieren anbetrifft. Ich wurde gewarnt, dass mein Kampf schwieriger als für einen Mann sein wird”, betont Angela.
Sie liebt die Vielfältigkeit von Bukarest
Bukarest entdeckt man am besten durch die Geschichten der Erfahrungen, welche die Menschen hier erlebten.
Angela Ilioska ist einer der vielen, die aus einem anderen Land kamen und in der Hauptstadt Rumäniens eine Möglichkeit fand, sich durch die Kunst auszudrücken.
Der Weg der Künstlerin von Mazedonien war nicht einfach. Als sie zum ersten Mal in Bukarest war, hatte sie den Eindruck, dass die Stadt sie verschlingen wird. „Allmählich konnte ich alles, sowohl die Menschen, als auch den Ort verstehen. Die Stadt scheint mir vielfältig, die Leute lieben die Kultur und es ist eine Muse für die Künstler”, behauptet die junge Frau.
Wegen der Zeit, die sie in der Hauptstadt Rumäniens verbrachte, will sie hier bleiben und hofft, diesen Traum nach den Studien zu erfüllen und von den bürokratischen Fragen nicht verhindert zu sein.

Bis zur endgültigen Entscheidung, ist Angela derzeit sehr glücklich: sie studiert, nimmt an den kulturellen Veranstaltungen teil, involviert sich in den beruflichen Projekten, lotet Bukarest aus.
„Es gefällt mir zu glauben, dass ich nicht laufe, egal wie schwer eine Herausforderung sein kann. Gleichzeitig fühlte ich immer, dass ich mich auf meine Lehrer verlassen kann, die mir immer beistanden. Ich hatte die Gelegenheit, das Orchester und den Universitätschor mehrmals zu dirigieren, ich war auf der Tournee in Bordeaux, Frankreich als Dirigentassistent. Jetzt bin ich in einem Projekt bei der Universität involviert”, erzählt die junge Frau.
In der Freizeit lotet sie Bukarest aus, denn die Stadt, so wie sie schon sagte, eine Muse für die Künstler ist.
Der Cișmigiu Park ist ihr Lieblingsplatz. „Der Cișmigiu Park ist immer besonders und geheimnisvoll. Ich verbringe oft meine Zeit dort, mit meiner Partitur”, sagt Angela.
Sie liebt auch die Oper, so dass sie immer, wenn sie die Möglichkeit hat, zur Nationalen Oper von Bukarest geht.
Weil sie glücklich ist, in der Nähe der Siegesstrasse zu wohnen, geht sie oft in diese Gegend spazieren, wo sie die Magie immer entdeckt.
Wie alle Jugendlichen, liebt sie auch die Entspannungsorte von Bukarest. Sie bevorzugt die ruhigen Cafes, wo sie sich mit ihren Freunden entspannen kann.
„Ich liebe alle Strassen von Bukarest mit der Stimmung der Zwischenkriegszeit, es gefällt mir, die Architektur zu bewundern, die über die Geschichte spricht, die ich nicht erlebte, aber ich kann sie spüren”, behauptet Angela.
Ein Glas Wasser neben dem Kaffee
Sie sagt, dass Bukarest vielfältig ist und sich von allen anderen Städten unterscheidet. „Ich liebe die Vielfalt und auch das Gedränge. Das hilft mir, mich zu bewegen. Es gefällt mir nicht, dass die Jugend nicht mehr, besonders in der Kunst hervorgehoben wird. Es würde mir gefallen, einfacher zu sein, vor dem Publikum zu stehen. Am Anfang fand ich die Stadt grau, sogar sehr grau. Allmählich wurde es aber lebendig”, sagt Angela.
Die junge Künstlerin ist der Meinung, dass Bukarest sich nicht besonders anstrengen soll, um zu einem touristischen Bestimmungsort zu werden. Es geht nur um kleine Details, die man berücksichtigen sollte, um Erfolg zu haben.
„Ein kleiner, aber wichtiger Schritt für mich, wäre, dass man in einem Café auch ein Glas Wasser neben dem Kaffee bekommt. Die Architektur und der Charme von dieser Stadt, die freundlich ist und wo die vielfältige Architektur herrscht, sollten auch gefördert werden”, schlussfolgert Angela Ilioska.

Mit diesen Geschichten kann mann immer lernen, es ist eine Lektion, wodurch man das eigene Land besser kennt und sich der Chance, hier geboren zu sein, bewusst wird.
Die Geschichte über Bukarest, erzählt von den Ausländern, die hier studieren oder arbeiten, ist wahr und richtig.


