Häuser, deren Mauern die Geschichte von Bukarest erzählen, eine Allee mit Platten, die an die Zwischenkriegszeit erinnert und viele Cafes auf beiden Seiten. Die Französische Strasse ist heute eine glückliche Mischung vom Alten und Neuen, ein Platz, den der Tourist, der die Hauptstadt Rumäniens entdecken möchte, nicht verpassen will.
Der Flussdamm von Dâmbovița, auf dem Unirii Platz, ist eine Ecke, die uns die wichtigsten Bodendenkmäler, die für Bukarest repräsentativ sind, anbietet. Die historischen Quellen zeigen, dass das „Herd” der alten Siedlung des Hirten Bucur irgendwo hier war.
Die Geschichte eines Strassennamens
Sehr nah von der alten herrschaftlichen Festung, wo im XV. Jahrhundert der Herrscher Mircea der Alte die erste Herrscherfestung gründete, eine Alternative der Festung von Târgoviște, öffnet sich die ”Herrschaftliche Gasse”, die heute als die Französische Strasse bekannt ist.
Der Forscher Aurel Ionescu erzählt uns, dass der Name dieser Strasse im Laufe der Zeit mehrmals geändert wurde. Zu einem bestimmten Zeitpunkt im XVII. Jahrhundert war sie als die „Gasse, die zum Obertor des herrschaftlichen Hofes” führt, bekannt.
Sie wurde auch die „Gasse von Herrscher Văcărescu” getauft.
„Aus den analysierten Quellen, worunter auch das ”Bibliographische Verzeichnis der feudalen Denkmäler von Bukarest” zählt, das von N. Stoicescu unterzeichnet wurde, ist es ersichtlich, dass die Wohnung von Ienăchiță Văcărescu (1740-1797), die gross und luxuriös war, am Ende der Brücke Mogoșoaia war, auf der linken Seite, zwischen den aktuellen Strassen Râureanu und Marconi. Seine Nachfolger verkauften das Haus und ein Teil vom Gelände an Ion Hagi Moscu, einen ehemaligen reichen Gutsherrn, und auf der übrigen Fläche errichtete der neue Eigentümer, ein anderes Haus. Hier wurde Bimbașa Sava, zusammen mit seinen Genossen, am 6./18. August 1821 von den Türken von Chehaia-bei getötet. Das Haus von Ienăchiță Văcărescu wurde im XIX. Jahrhundert abgerissen und das Haus von Bellu wurde ebenfalls abgerissen und auf seinem Platz wurde das ehemalige Haus Sigmund Prager gebaut, das danach zum Laden „Sora” wurde. Die aufgetretenen Ereignisse führten zu Änderungen, was den Strassennamen anbetrifft, die auch als die „Gasse von der Herrscherin Văcăreasca” bekannt war. Eine Weile, nach dem Tod von Ienăchiță Văcărescu, wohnte dort seine Frau, Ecaterina”, erklärt uns Aurel Ionescu.
Ein anderer Name der Französischen Strasse ist die „Handwerkergasse”, wegen der Handwerker und Kaufleute, die ihren Warenstand auf dieser Strasse hatten. „Der Name der (Französischen) Strasse ist damit verbunden, dass im Jahre 1798, der erste Konsul von Frankreich in Bukarest, Ėmile Gaudin, hier seine Residenz hatte”, erwähnt Aurel Ionescu.
Der Name der Strasse entwickelte sich folgendermassen:
- 1852, der Plan Borroczyn: die Französische Gasse, zwischen der Brücke Mogoșoaia und der Gasse Șelari;
- 1856, der Plan Jung: die Französische Gasse.
- 1871, der Plan Pappasoglu: die Carol Strasse, zwischen der Brücke Mogoșoaia und dem Platz des Heiligen Anton.
- 1899, der Plan des Geographischen Armeeinstituts: die Carol Strasse, zwischen Calea Victoriei und dem Flussdamm Cernat (heute der Flussdamm Independenței). Die Strasse gegenüber der Hallenstrasse im Osten wurde am Ende des 4. Jahrzehntes im XX. Jahrhundert, als der Unirii Platz modernisiert wurde, abgerissen.
- 1948: die Carol Strasse wird zur 30. Dezember Strasse.
- 1990: die 30. Dezember Strasse wird zur Iuliu Maniu Strasse.
- 2007: die Iuliu Maniu Strasse wird zur Französischen Strasse.
Zu Fuss auf der Französischen Strasse

Die Strasse beginnt auf dem Unirii Platz, begrenzt die Șelari Strasse, den Platz des Heiligen Anton, geht der Kirche des Heiligen Antonie vorbei, hinterlässt die Ruinen der Herrschaftlichen Festung (die heute restauriert wird) und kreuzt sich mit den Strassen: Șepcari, Căldărari, Șelari. Diese Strassennamen haben mittelalterliche Resonanzen, je nach der Bezeichnung des Berufs, die auf diesen Strassen ausgeübt wurde.
Die Französische Strasse geht weiter nach Calea Victoriei, indem sie sich mit der Tonitza Strasse und mit der Poststrasse kreuzt, wie ein roter Faden der Geschichte. Die Gebäude von dieser Gegend zählen zu den ältesten von Bukarest, die meisten wurden im Zeitraum 1850-1920 gebaut.
Die Experten behaupten, dass die Gebäude, die vor dem Jahr 1847 errichtet wurden, heute in der Hauptstadt Rumäniens schwer zu finden sind. Und das geschieht, weil in diesem schwarzen Jahr für die Geschichte von diesen Orten, ein grosser Brand die Siedlung der Leute, die ihre Läden und Häuser vorwiegend aus Holz gebaut hatten, zerstörte.
Wenn man langsam von Calea Victoriei kommt, kann man feststellen, dass die Französische Strasse so elegant ist, dass man sie nicht übersehen kann. Bewacht von den Ahornbäumen, die den Schatten im Sommer und ausserordentliche Farben im Herbst anbieten, gibt es auf der Französischen Strasse eine ständige Hektik und die grosse Anzahl der Ausländer, die Bukarest besuchen möchten, ist auffällig.
Trotz der Aufregung wegen der grossen Anzahl von Touristen, hat die Französische Strasse eine ruhige Stimmung, die beruhigt und hilft, dass man sich wiederfindet.
Zur Entspannung kann man zu einer der modernen Terrassen gehen. Gleichzeitig kann man wählen, von einem Ende der Strasse zum anderen spazierenzugehen und die Häuser, die der Geschichte widerstanden, zu entdecken.
Wenn man sich auf die Seite mit den gerade Nummern konzentriert, kann man eine Reihe von Gebäuden entdecken, die als Denkmal betrachtet werden. Wegen der Anordnung der Gebäude kann man die Baudetails verfolgen. Bei Nummer 4 kann man ein Haus, das im Jahre 1885 gebaut wurde, bewundern. Ein bisschen weiter bei Nummer 12 kann man ein Gebäude aus der Renaissance beobachten, das im Jahre 1850 errichtet wurde. Das Gebäude von Nummer 16 gehört zu derselben Kategorie.
Das Haus mit Nummer 14 trägt das Bildnis von Iulia Hașdeu. Die Quellen sagen, dass Bogdan Petriceiu Hașdeu (eine der wichtigsten rumänischen Persönlichkeiten aller Zeiten) und seine Frau hier eine Weile wohnten. Ausserdem scheint es, dass in diesem Haus ihre einzige Tochter Iulia Hașdeu geboren ist.

Wir werden uns auch auf die Häuser mit ungerade Nummern konzentrieren. Bei Nummer 11 befindet sich das Haus M. Russu, das im Jahre 1892 gebaut wurde. Die Aufschrift ist auch heute auf dem Giebel ersichtlich. Das Gebäude ist durch seine Symmetrie, durch die Enge, aber auch wegen dem einzigen Balken mit klassischer Verzierung erstaunlich. Ein ähnliches Gebäude gibt es auch gegenüber, bei Nummer 20. Das ist eigentlich eine Besonderheit von vielen Gebäuden auf der Französischen Strasse.
Auf der Strassenseite mit ungerade Nummern kann man das Gebäude von Nummer 9 nicht übersehen. Es ist ebenfalls ein historisches Denkmal, das im Jahre 1920 vollständig neugestaltet wurde, als der eklektische Stil geprägt wurde und das Gebäude zu einem Berichterstattungshaus wurde.
Das Berichterstattungshaus ist ein Gebäude, das der Rumänischen Armee zur Unterbringung der Offiziere zur Verfügung stand. Damals waren die Offiziere der Rumänischen Armee gezwungen, die Töchter der reichen Gutsherren zu heiraten. Die Offizieren waren in einem solchen Berichterstattungshaus unterbracht. Sie hatten die Möglichkeit zur Kaserne zu gehen, wenn sie den Bericht erstatten sollten.
Das Berichterstattungshaus aus dieser Gegend befindet sich auf drei Grundstücken, wovon zwei auf der Französischen Strasse, bei Nummern 19 und 21. Diese Grundstücke gehörten dem Arzt Gheorghe M. Darvari (1839-1903) und seiner Frau. Das andere Grundstück befindet sich irgendwo hinter den anderen zwei und das Ende begrenzt sich mit der Tonitza Strasse, die in der Vergangenheit den Namen des Heiligen Dumitru, nach der Kirche, hatte. Ursprünglich hatte das Gebäude, das nach den Zeichnungen des Architekten I. Friederich im Jahre 1891 gebaut wurde, den akademisten Stil neoklassischer Art. „Der Tourist, der die Französische Strasse entdeckt, hat die Möglichkeit, auch andere wichtige Denkmäler aus der Gegend zu sehen. Zum Beispiel, die Kirche des Heiligen Dumitru, die auch als Schwur bekannt ist, auf der Tonitza Strasse, bei Nummer 20. Die erste Kirche stammt vom XVI. Jahrhundert. Die aktuelle Kirche wurde von Constantin Filitti, Bischof von Buzău ausgebaut, die Arbeiten wurden im Jahre 1843 von seinen Nachfolgern beendet”, erwähnt Aurel Ionescu.

„Es wurde auch die Schwurkirche genannt, weil in dieser Kirche den eidesstattlichen Schwur abgelegt wurde, als der Ankläger oder der Angeklagte… vor dem Altar schworen, nur die Wahrheit zu sagen…”, erzählt G.I. Ionnescu-Gion, in der „Geschichte von Bukarest”.
„Auf der Șepcari Strasse, bei Nummer 22 B, thront die Herrschaftliche Kirche, der Alte Hof, genannt der Heilige Anton. Die aktuelle Kirche wurde auf den Ruinen einer älteren Kirche gebaut, die mit dem Kirchenpatron Mariä Verkündigung von Mircea der Hirte (1545-1552; 1553-1554; 1558-1559) gegründet wurde. Es war die Kirche des Herrschaftlichen Palais, das danach der Alte Hof genannt wurde. Nach dem Jahr 1847 übernahm sie auch den Kirchenpatron der Kirche des Heiligen Anton, die in der Nähe war. Man soll auch nicht den Platz verpassen, wo damals die Kirche des Heiligen Anton (Antonie) war, die auch als die Gefängniskirche genannt wurde. Es wurde im XVI. Jahrhundert in der Nähe des Herrschaftlichen Gefängnisses gebaut, die Kirche brannte mehrmals, zum letzten Mal wurde sie vom Brand vom 23. März 1847 zerstört. Sie wurde nicht mehr ausgebaut. Auf diesem Platz wurde ein Steindenkmal errichtet und die Umrisse an die Mauer werden auf dem Gelände mit der Hecke markiert”, beschreibt Aurel Ionescu.


