Von der Höhe der Gebäude, die sie veredeln, überwachen die „Jungfrauen von Karyae” die Leute, die sich auf den Hauptstadtstrassen beeilen. Gekleidet nach der antiken Mode oder halbnackt, aber gar nicht unanständig, wurden die Karyatiden seit über einhundertfünzigen Jahren zur stillen Wache von Bukarest.
Allein oder manchmal von Atlanten begleitet, erzählen die Karyatiden die Geschichte über die Stils, welche die Stadtarchitektur ab XIX. Jahrhundert dominierten. Die Karyatiden sind für die Verwandlung von Bukarest auf das Kleine Paris sinnbildlich.
“Auf der Jagd” nach Karyatiden und Atlanten

Wir wünschen uns, Bukarest zu entdecken, so wie es tatsächlich ist und deswegen gingen wir an einem schönen Herbsttag auf die “Jagd” nach Karyatiden und Atlanten.
Unsere Reise began am Unirii Flussdamm. Es war nicht nötig, lange zu gehen, weil wir bei Nummer zwei ein wunderbares Haus entdeckten, worüber wir danach erfuhren, dass es im Jahre 1890 gebaut wurde. Die Ecken vom ersten Stockwerk sind mit Fenstern verziert, die von den Karyatiden umgeben sind. Die erste Auswirkung war stark und ich konnte die Schönheit dieser weiblichen Gestalten eindeutig sehen. Sie gehören zur Architekturstruktur, aber sie hinterlassen den Eindruck, das ganze Gebäude zu unterstützen.
Begeistert von der ersten Entdeckung, ging ich weiter zu Fuss auf der Siegesstrasse. Auf der Französischer Strasse hat ein Balkon im ersten Stock von einem Gebäude meine Aufmerksamkeit erregt. Zwei Pflanzenkaryatiden sehen sich die Reisenden von dieser Gegend frech an. Obwohl sie schweigsam sind, scheint es, dass sie Geschichten über die alte Stadt erzählen möchten.
Zurück auf der Siegesstrasse, ging ich weiter nach Lipscani und war jetzt auf der Eugeniu Carada Strasse. Vor dem Palais der Nationalen Bank von Rumänien wird der Eingang in die Passage Macca-Villacrosse von zwei Paaren: Atlanten und Karyatiden bewacht. Die Architektur im Neo-Rococostil ist dem Jahre 1890 spezifisch, als diese Passage gebaut wurde.
Wir gehen auf der Siegesstrasse und der nächste Aufenthalt ist bei Nummer 107, wo das Palais Știrbei sich befindet. Es wurde Mitte des XIX. Jahrhunderts geöffnet, genauer gegen 1835 und es trägt die Unterschrift des französischen Architekten Michel Sanjouand. Das Gebäude verbindet den neoklassischen Stil mit zahlreichen griechischen Elementen und auf der Oberfassade kann man vier Terrakottakaryatiden beobachten.
Während unserer Reise hätten wird “Das Karyatidenhaus” auf der Siegesstrasse bei Nummer 202 nicht ausschliessen können. Wir sollten auch bei Lascăr Catargiu Nummer 30 anhalten, wo es ein Gebäude gibt, das auch im Jahre 1890 gebaut wurde und ebenfalls mit Karyatiden verziert wurde.
Weiter zum Ikonengarten- Park auf der Dionisie Lupu Strasse bei 70-72, gibt es ein historisches Haus. Das Gebäude vom Jahr 1884 wurde nach den Plänen des Architekten Ioan I. Rosnovanu entworfen.

Gegenüber dem Gebäude der Bukarester Universität, wenn man zur Kirche des Heiligen Nicolae-Ghica geht überwachen zwei Atlanten beim Tor dieses Gebäudes, das als historisches Denkmal der Klasse A anerkannt wurde. Dieses Gebäude, das lange Zeit der Sitz einer wichtigen Bank von Rumänien war, wurde im Jahre 1906, nach den Entwürfen des Architekten Oscar Maugsch gebaut und es befindet sich im alten Hof von Suțu Palais (das aktuelle Museum von Bukarest).
Andere ähnliche Statuen kann man auch auf Boulevard Carol I, bei Nummer 2-4 beim Sitz des Landwirtschaftsministeriums bewundern.
Das sind nur einige Anhaltspunkte, wo der Tourist, der sich wünscht, Bukarest zu entdecken, die schönen Karyatiden und die spektakulären Atlanten treffen kann.
Die Karyatiden bereichern das Kleine Paris
Die Hälfte des XIX. Jahrhunderts bringt wichtige Änderungen für Bukarest, es gab einen starken Einfluss der französischen Architekten auf die Stadt. Die modernen Gebäude von Paris wurden auch bei uns errichtet. Die eklektische Baukunst dominierte diese Zeit, wofür die Karyatiden und die Atlanten für die einheimische Landschaft repräsentativ sind. Die Hochgebäude im Süden sind entweder von Karyatiden oder von Atlanten bewacht. Es gibt auch Fälle, in denen die Paare dargestellt werden.
Der Begriff Karyatide stammt aus dem Griechischen caryatides, welches „die Jungfrauen von Karyae” bedeutet. In der Architektur sind die Karyatiden weibliche Gestalten, welche die Pilaster und die Säulen ersetzen und die waagerechten Träger unterstützen. Die weiblichen Gestalten sind halbnackt oder nach der antiken Mode gekleidet.
Der Begriff Atlant ist nicht so eindeutig, es ist nur sicher, dass diese als männliche nackte oder halbnackte Körper dargestellt werden. Es scheint, dass diese Männer, durch ihre Stellung, das ganze Gebäude auf ihren Schultern tragen.
Sowohl die Karyatiden, als auch die Atlanten sind eine römische Übernahme von den Griechen. Die europäische Architektur führte diese Elemente bereits während der neoklassischen Zeitspanne ein. In Bukarest sind diese zwei Elemente für die Gestaltung des Kleinen Paris massgeblich.


