Die Party ist vorbei, das Konfetti und die Bühneneinrichtungen auf den Plätzen werden angesammelt, nur die Lichtanlagen auf den wichtigen Boulevards und die geschmückten Tannenbäume erinnern uns an den Beginn vom neuen Jahrzehnt.

Mitten im Januar kann der Spaziergang auf dem Fliegerboulevard überraschend sein. Wir biegen auf Alexandru Strasse ab, gehen dem Gebäude des Aussenministeriums vorüber und gehen nach Athen… zur Athen Strasse.
Eine Stilmischung
Diejenigen, die das Neujahr nicht begannen, indem sie sich das Feuerwerk von Akropolis ansahen und nicht nur sie können die Mischung der mediterranen, neorumänischen oder neoklassischen Stile auf der Strasse mit dem Namen der griechischen Hauptstadt bewundern.
Auf Schritt und Tritt entdecken wir die Gebäude, die unter Denkmalschutz gestellt wurden: bei Nummer 2, 2 bis, 3, 4, 6, 8, 12, 16, 18, 22, 24, 26. Jedes Haus hat seinen einzigen Stil. Im Hof der eleganten Villas herrscht die Vegetation, umgeben vom kleinen Zaun, wodurch das Licht sich auf die hellen Fassaden widerspiegelt und eine ähnliche Stimmung wie in der griechischen Hauptstadt entsteht.
Alle Häuser erzählen uns die ihre Geschichten und spornen uns an, ihre Schönheit zu bewundern.

Auf unserer Reise halten wir zuerst bei Nummer 4 und 6 an, wo die Gebäude sich befinden, die als die „Villas der Ionescu Brüder” bekannt sind. Die Häuser wurden nach den Plänen des Architekten Cristofi Cerchez, auf den Wunsch der zwei Ionescu Brüder entworfen.
Die starke Persönlichkeit der Besitzer widerspiegelt sich in den Gebäuden mit ähnlichen Stilen, die trotzdem unterschiedlich sind. Das Villa von Nummer 4 erinnert an den süssen moldauischen Stil und das Gebäude von Nummer 6 wird vom muntenischen Stil geprägt.
Es ist wahr, dass die Gebäude im Laufe der Zeit verändert wurden, aber viele Originalelemente werden heute noch behalten. Zum Beispiel den „elliptischen Bogen”, der die Eingangstür oder die Fenster einrahmt, kann man auch jetzt bewundern.

Cristofi Cerchez ist einer der bedeutenden Architekten für den neorumänischen Stil, aber er benutzte auch andere Stile in seinem Werk: der französische eklektische oder der kubistische modernistische Stil. Auch wenn viele von seinen Gebäude, die sich im ganzen Land befinden, nicht mehr so grossartig wie am Anfang sind, wird das Werk von Cristofi Cerchez als eine Lektion für die Jugendlichen, die diesen Beruf haben möchten, betrachtet. Durch sein Werk bleibt Cristofi Cerchez ein Klassiker der rumänischen Architektur, mit einem wichtigen Einfluss auf die Arbeit der Professionisten, die sein Werk bewundern.
Man sieht die Spuren der Schöpfer

Wir schreiten auf die Athen Strasse fort und entdecken andere eindrucksvolle Gebäude. Im Jahre 1933, 1936 und 1938 wurden die Villas von Nummer 7A, 7 (das Villa E. und F. Moldoveanu), bzw. von Nummer 8 gebaut. Die Pläne für die drei Gebäude wurden vom Architekten Ion Boceanu entworfen. Es ist interessant, auf einer Strasse drei Häuser desselben Architekten zu finden. So kann man seinen Stil, aber auch die Einflüsse der Besitzer auf die Gebäude entdecken.
Die Villas von Nummer 7A und 7 wurden im modernen / kubistischen Stil gebaut und das Haus auf der Athen Strasse Nummer 8 (an der Ecke der Prag Strasse), das unter Denkmalschutz gestellt wurde, hat den mediterranen Stil. So stellt man fest, dass der Architekt Ion Boceanu auf die Vielfältigkeit offen war.
Ein bisschen weiter, bei Nummer 22, haben wir die Gelegenheit, ein anderes Gebäude zu sehen, wodurch der mediterrane Stil geprägt wird. In diesem Fall geht es um ein Haus, das vom Architekten Gheorghe Simotta entworfen wurde. Das Gebäude hat eine beeindruckende Geschichte, im Jahre 1944 wurde es beschossen. Nachträglich wurde es ausgebaut und die Arbeiter, die zur Neugestaltung beitrugen, behielten den ursprünglichen Stil. Heute ragt das Haus hervorragend und gibt der Strasse, neben den anderen Gebäuden, einen exotischen Ton an.
Über die Athen Strasse kann man sagen, dass sie ein echtes Museum im Freien ist, wo die Werke vieler rumänischen Architekten ausgestellt werden. Zum Beispiel Gheorghe Simotta, bekannt als der Autor vom Patriarchiepalast von Bukarest, entwarf auch die Häuser von Nummer 18 und 20. Obwohl er sich als Anhänger des neorumänischen Stils erklärte, der beim Patriarchiepalast benutzt wurde, widerspiegeln die Villas des rumänischen Architekten auf der Athen Strasse von 18, das im Jahre 1827 gebaut wurde und von Nummer 20 vom Jahre 1933 das „Sonnenwesen” von seiner Arbeit. Die Marke Simotta sieht man sehr gut bei diesen Gebäuden. Über dem letzten Stockwerk mit waagerechten Fenstern tritt der Kragbalken besonders hervor. Aus den Kombinationen, die der Architekt benutzte, entstand eine hybride Mischung von modernistischen waagerechten Fenstern mit polyphoren Fenstern. Man kann auch beobachten, wie das Mauerwerk von den verzierten oder stilisierten Säulen verdoppelt wird.
Alle diesen Details geben den Häusern den mediterranen Ton an, welcher der Stimmung auf dieser Strasse entspricht und im Stil vieler seiner Werke, in einer Zeit, die für die rumänische Baukunst fruchtbar war: die Zwischenkriegszeit.


