Der Campus der Universität Politehnica aus Bukarest (UPB) ist in einem ständigen Gewimmel. Unter denen, die zu den Kurssälen gehen, ist auch Ghenadie Caraman, ein junger Mann, der aus Bessarabien kam, um im Bukarest zu studieren. Er verliess Kischinau, die Stadt, wo er geboren ist, seit sechs Jahren.
Seit sechs Jahren wohnt er in Bukarest, in dieser Stadt, die ihn adoptierte und wo er ausgereift ist. Er studierte hier beim Nationalkollegium „Ion Neculce” und nach der Abiturprüfung wurde er in die Fakultät für Automatik und Computer von UPB aufgenommen.
„Ich kam nach Bukarest, weil ich heranreifen sollte”

„Als ich die meisten Menschen fragte, warum sie die Republik Moldau verliessen und wählten, in anderen Ländern zu studieren, sagten sie mir, dass sie mehrere Opportunitäten und ein Diplom haben wollten, das weltweit anerkannt wird. Ich bin mit ihnen einverstanden: in Bukarest gibt es mehrere Opportunitäten im Vergleich zu Kischinau. Ich wählte wegzugehen, vor allem weil ich den Eindruck hatte, dass ich in dieser Stadt erstickte. Ich bemerkte, dass ich mich in Kischinau nicht entwickeln und nicht kennen kann, was es in dieser Welt neu ist. Ich kam nach Bukarest, weil ich heranreifen sollte”, erzählt Ghenadie.
In dieser Stadt, die ihn adoptierte, ist er ausgereift.
Jetzt erinnert er sich an die erste Auswirkung, die Bukarest auf ihn hatte. „Um aufrichtig zu sein, war der erste Eindruck über Bukarest nicht sehr gut. Zum ersten Mal kam ich in eine Gegend an, die dubiös war. Als ich in die Stadt ging, sah ich viele Menschen rauchen. Vor allem die Frauen. Vor sechs Jahren konnte man in Kischinau die Frauen nicht rauchen sehen”, erinnert sich der junge Mann.
Inzwischen entdeckte er Bukarest, so wie es eigentlich ist und heute kann er unter mehreren Plätzen wählen, wenn er sich entspannen möchte. „Ich bevorzuge abends in den Park und nicht zu einer Party in den Club zu gehen. In Bukarest gibt es viele Parks, die meisten sind ähnlich, aber es gibt auch besondere Parks. Zum Beispiel der Jugendpark, der eine bestimmte Gegend hat: „Das Kinderstädtchen”. Der Park ist sehr gross und wenn man zum „Kinderstädtchen” geht, kann man das Kindheitsgefühl erleben. So wie ich verstand, ist das der grösste Park in Bukarest. Ein anderer Park, von den Bukarestern bekannt, ist der Park des Königs Mihai I., den alle Herăstrău nennen. Hier kann man viele Menschen Sport treiben sehen, auch wenn sie älter sind. Ich freue mich, wenn ich sehe, dass die Leute sich bewegen”, sagt Ghenadie.
Wenn er mit den Freunden ausgeht, wählt er immer die ruhigen Plätze, wo er sich beruhigen kann.
„Ich liebe die Vielfältigkeit der Cafes, der Speisen, der Menschen von Bukarest, aber diese Stadt ist sehr überfüllt. Mit vielen Menschen, Autos, Gebäude und es scheint, dass die natürliche Schönheit nicht ausreicht”, unterstreicht der junge Student.
Er teilt seine Zeit zwischen Lernen und Sport
Heute teilt Ghenadie seine Zeit zwischen Lernen und Sport. Er sagt uns, dass er von klein auf so erzogen wurde. Er liebte die Mathematik und entschied sich, bei einer Fakultät für die Mathematikwissenschaft zu studieren. Und so wählte er die Fakultät für Automatik und Computer im Rahmen der Universität Politehnica von Bukarest.
Er sagt uns stolz, dass er diese Institution wählte, weil sie „die beste im Computerbereich ist, wo man nicht nur die Kennzahlen zu schreiben lernt und nicht nur Anwendungsentwickler werden kann. Hier lernt man zu verstehen, wie die Kennzahlen funktionieren und was hinter einem Prozessor und einer Karte steht”.
Er hätte eine weniger belastende Fakultät wählen können, die ihm ermöglicht, während der Studienzeit auch zu arbeiten. Man soll nicht vergessen, dass alle Hochschulen aus Rumänien über besondere Plätze für die Studenten aus Bessarabien verfügen, so dass die Aufnahme nur das Vorlegen der Akte voraussetzte. Trotzdem bevorzugte er zur Automatik im Rahmen von UPB zu gehen. Er war sich bewusst, dass er eine sichere Zukunft haben kann, wenn er die Lizenzprüfung besteht.
„Seitdem ich Student bei der Fakultät für Automatik und Computer bin, soll die Freizeit für mich entspannend sein und deswegen gefällt es mir zum Schwimmbad zu gehen (ich liebe zu schwimmen), zu einem „Kaffee” mit einem Freund zu gehen oder den ganzen Tag im Bett zu liegen und Filme zu sehen”, sagt uns Ghenadie.
„Ich wurde von den Ausländern unterstützt”
Ghenadie war nur ein Kind, als er in Bukarest kam, er war nur 16 Jahre alt. Er war mutig, als er wählte, in einer Stadt zu siedeln, die er nicht kannte. „Ich kam allein, ohne die Eltern, ich konnte nicht kochen. Ich sollte schnell lernen mich zurechtzufinden. Das erste Jahr war sehr schwierig, aber manche Ausländer unterstützten mich. Als ich Internet nicht hatte und mich nicht orientieren konnte, wie ich vom Lyzeum zum Studentenheim gehen sollte, halfen mir die Menschen immer, manche begleiteten mich sogar, damit ich mich nicht verirre. Für mich, der aus einem anderen Land kam, war das eine sehr wichtige Hilfe”, betont der junge Mann.
Jetzt hat er einen Bekanntenkreis, auf welche er sich verlassen kann. Eine der Personen, die ihm halfen, war sogar seine Klassenlehrerin vom Lyzeum. „Es ist eine Person, die ich lieb habe. Sie stand mir immer bei, als er mir schwer war und sie unterstützte mich immer. Sie war auch meine Mathematiklehrerin und half mir sehr, als ich mich für die Fakultät vorbereitete. Es ist ein sehr guter Lehrer, von dem ich Vieles lernte”, betont der junge Bessaraber.

Für Ghenadie Caraman, ist Bukarest mit den Jugendlichen freundlich, es ist eine Stadt, die denjenigen, die sich entwickeln möchten, viele Opportunitäten anbietet und hier kann man einen Arbeitsplatz finden. „Ich bin mir sicher, dass manche mit mir nicht einverstanden sind. Sie haben recht, wenn man berücksichtigt, dass ein Junger, der zum ersten Mal in Bukarest ist, sich anpassen soll. Es ist schwer, sich allein anzupassen, man braucht immer einen Rat, Anweisungen und Hilfe. Nehmen wir die Anstellung als Beispiel. Zur Anstellung soll man das Interview bestehen. Es ist schwer das Interview zu bestehen, ohne vorbereitet zu sein”, erklärt der junge Bessaraber.
Der junge Mann will eigentlich sagen, dass die Ausbildung sehr wichtig ist, um in einer so grossen Stadt wie Bukarest erfolgreich zu sein. Von Anfang an war er sich dessen bewusst und deswegen wählte er eine Fakultät, die neben dem Diplom, sehr viele Opportunitäten anbietet.
Über 10.000 Bessaraber studieren in Rumänien
Ghenadie Caraman ist einer der über 10.000 Bessaraber, die in Rumänien studieren. Die Jugendlichen von Kischinau wählen in unserem Land zu studieren, weil sie hier die gewünschte Fakultät finden können.
Erstens geht es um die Sprache, die ihre Ausbildung erleichter.
Sie haben auch kostenlosen Zugang zu den Studentenheimen. Ausserdem bietet der rumänische Staat für über einer Hälfte der Bessaraber ein Stipendium an. Dieses Sonderstipendium kann mit dem Verdienststipendium, das die Studenten mit sehr guten Leistungen bekommen, verbunden werden.
Die Bessaraber wählen Rumänien, auch weil unser Land ein Mitgliedstaat der Europäischen Union ist und das Diplom wird in der ganzen Gemeinschaft anerkannt. Für sie kann Rumänien ein Ort sein, wovon man dann in anderen europäischen Ländern studieren kann. Ziemlich oft studieren die Bessaraber nach der Hochschule bei anderen Institutionen aus Europa.
Ein anderer wichtiger Vorteil, wenn sie bei einer Fakultät aus Rumänien studieren, ist das Erasmus Programm. Durch dieses Programm können sie sich an Projekten beteiligen, die auf den Austausch der Studenten unter den Universitäten zielen.
Viele Jugendliche, die in unserem Land studieren, kommen nicht mehr nach Hause zuürck. Statistisch kehrt nur 10% in die Republik Moldau zurück. Die anderen wollen eine Zukunft entweder in Rumänien oder in einem anderen UE- Mitgliedstaat haben.


