Das Königspalast verneigt sich vor Ihrer Majestät, der KUNST. Die Königin auf der Siegesstrasse unterwirft alle Besucher des Nationalen Kunstmuseums Rumäniens. Und das ist einfach und natürlich, dank ihrer Schönheit, die von den Besuchern bewundert werden kann.

Es ist der erste Mittwoch diesen Monat und beim Nationalen Kunstmuseums Rumäniens ist der Zutritt frei. Auf dem Hof gibt es viele Gruppen von Besuchern, die bevor sie ihre Reise beginnen, den Weg festsetzen, denn sie wünschen sich sehr viele Exponate zu betrachten.
Wir gehen auch mit den Touristen in die Europäische Kunstgalerie ein, irgendwo links, wenn man sich das Palast aus der Richtung der Siegesstrasse ansieht. Dort wartet auf uns Frau Georgiana Iacob, die uns eine einzigartige Reise versprach, um zehn der berühmtesten Exponate, die sich in diesem Museum befinden, zu entdecken.
Die Europäische Kunstgalerie
Weil wir durch die Europäische Kunstgalerie eingingen, entschieden wir, den Besuch hier anzufangen.

Georgiana führt uns durch die Galerieräume und sagt uns, dass die Touristen hier die Möglichkeit haben, die wichtigste Sammlung aus unserem Land zu sehen. „Ausgehend von der Sammlung des Königs Karol I. wurden andere Privatsammlungen, Spenden und eingekaufte Gegenstände hinzugefügt”, sagt uns der Museograph.
Ein echtes Kunstparadies, umfasst die Galerie Gemälde und Skulpturen, welche die Entwicklung der wichtigen europäischen Schulen chronologisch zeigen. Der Besucher hat die Chance „lebendige” italienische, spanische, deutsche, französische, holländische und flämische Kunstwerke zu sehen.
Georgiana sagt uns, dass hier die Meisterwerke von Rubens, Rembrandt, Claude Monet, Paul Signac oder Auguste Rodin ausgestellt wurden, es ist aber schwer, nur ein paar Werke zu wählen, um sie den Besuchern zu empfehlen.
Wir halten trotzdem vor einem Meisterwerk mit der Unterschrift von Domenico Veneziano an. „Die Jungfrau mit dem Säugling” zeigt, wie ausserordentlich die Italienische Schule war. Das religiöse Gemälde stammt aus dem XV. Jahrhundert und Maria sitzt auf einem Thron, umgeben von Rosen. Die Rosen sind nicht zufällig, die Symbole verweisen auf „hortus conclusus”(geschlossener Garten auf Lateinisch), Symbol der Jungfrau.
„Die Experten, die das Gemälde analysierten, waren der Meinung, dass die wenigen Farben zeigen, dass Domenico Veneziano dieses Werk am Anfang malte, als er am Anfang war. Wahrscheinlich wurde es zwischen den Jahren 1430-1435 gemalt und deswegen sind die Farben nicht so hell wie in den anderen Arbeiten des Künstlers”, erklärt uns Georgiana Iacob.
Wenn Sie die Europäische Kunstgalerie besuchen, ist es verbindlich, dass Sie auch vor den Meisterwerken von El Greco (der Name, mit dem der spanische Maler griechischer Herkunft Doménikos Theotokópoulos bekannt ist) anhalten.
Die Arbeiten dieses Künstlers: „die Verlobung der Jungfrau”, „ die Anbetung der Hirten” und „der Tod des Heiligen Maurizius und der zehn tausend Tebanen” heben die Züge der Spanischen Schule hervor. Es ist interessant, wie jedes Bild eine bestimmte Zeitspanne der Werke von El Greco zeigt.

Der Museograph machte uns auf das Werk „ die Anbetung der Hirten” aufmerksam, worüber sie uns sagte, dass es zu mehreren Werken von El Greco gehörte, die er zwischen den Jahren 1596 und 1600 für den Hauptaltar des Kollegiums Dona María von Aragón aus Madrid malte. „Es geht um eine ausserordentliche architektonische Struktur, mit sechs Gemälden und sechs Skulpturen. Der Künstler fasste alles als eine visuelle Rede zum Thema der Verkörperung des Gottes Sohnes auf. Die Gemälde wurden am Anfang des XIX. Jahrhunderts getrennt, „ die Anbetung der Hirten” befindet sich heute bei uns und die anderen fünf gehören zur Sammlung des Prado Museums aus Madrid”, erwähnt sie.

Wir gehen weiter zu einem anderen Saal, um die Werke der Impressionisten der Französischen Schule zu bewundern. „Schauen Sie sich aufmerksam die „Kirche von Moret im Winter” an, die Alfred Sisley gegen Ende seines Lebens malte. Freuen Sie sich mit dem Maler auf das Licht der Fassade des berühmten gotischen Doms”, empfiehlt uns der Museograph.
Der Fachmann sagt uns auch, dass das Gemälde vor uns eines der ungefähr 20 Werke von Sisley ist, welche den Zweck hatten, die Änderungen zu zeigen, die manchmal schwer wahrnehmbar sind.
Die Alte Rumänische Kunstgalerie
Für diejenigen, die die rumänische Malerei lieben, schlägt das Museum die Nationalgalerie vor, wo eine komplexe monographische Darstellung der rumänischen Kunst seit dem XIV. Jahrhundert bis zur ersten Hälfte des XIX. Jahrhundert vorhanden ist.
„In der Alten Rumänischen Kunstgalerie hat der Besucher die Möglichkeit, ungefähr 900 Ikonen, Fresken, Stickerei, Manuskripte, Juwellen, Holz- und Steinskulpturen, sowie Keramikgegenstände zu sehen. Viele Exponate sind einzigartig. Die Werke stammen aus allen Orten und zeigen die Art und Weise, wie die künstlerischen Originalformen entstanden, ausgehend von der byzantinischen Tradition, womit die westlichen oder orientalischen Einflüsse sich überschnitten”, sagt uns Georgiana.
Wenn man in die Räume, wo diese Sammlung sich befindet, eintritt, hat man das tiefe Gefühl, in einem Kunstdom zu sein.

Während unseres Besuchs machte uns der Museograph auf ein besonderes Werk aufmerksam – „der Epitaph von Silvan”. Es geht um ein beeindruckendes Gemälde aus Seide, mit Golden- und Silberfaden, das uns Jesus auf dem roten Stein in Ephessos zeigt, bewacht von der Heiligen Jungfrau und von Maria Magdalena. Man hat den Eindruck, dass die letzte ihre Haare wegen dem Schmerzen reisst.
Die Mönche aus den Werkstätten des Klosters Neamț bestickten diesen Epitaph, der das Weinen von Christus darstellt. Die Szene in der Mitte des Bildes wird von fünf Engeln umgeben und in die Ecken sind die vier Evangelisten symbolisch abgebildet: Johann (der Adler), Lukas (der Stier), Markus (der Löwe) und Matthäus (der Engel).
In einem Nebensaal hat man die Gelegenheit mehrere Wandmalereien zu bewundern. „Frau Roxanda” fällt uns auf. Es gehörte zur Welterbe von MNAR nach den Ausbauarbeiten der Kirche des Klösters Curtea de Argeş, am Ende des XIX. Jahrhunderts. „Dieses Gemälde zeigt uns die Tochter von Neagoe Basarab, der Herrscher der Walachei (1512-1521). Frau Roxanda wurde mit ihrem Mann, Radu von Afumaţi (1521-1529) abgebildet. Es ist interessant, ihren Anzug, ihre Stellung und Gestik zu beobachten, die auf die Bestrebungen, Beschäftigung und auf den Lebensstil der Herrscher der Walachei verweisen, die damals eine wichtige Rolle in den Balkanen hatten. Die byzantinische Krone von Roxanda inspirierte die Königin Maria für das Krönenfest von Alba-Iulia”, erzählt uns der Museograph.
Man kann noch einmal sehen, wie ausserordentlich die Arbeiten sind, wenn man in den Saal eingeht, wo „der Ikonostas von der Kirche des Klösters Cotroceni” sich befindet. Wenn man eine solche Schönheit vor sich hat, vergisst man zu atmen.

Georgiana unterstreicht, dass sowohl die Struktur, als auch die Themen der Ikonen von diesem Ikonostas die im XVI. Jahrhundert verschlüsselte Tradition einhalten, wodurch das ganze System die Geschichte des Christentums darstellt. „Man kann sehen, dass die Heiligenbilder auf drei übergeschnittenen Ebenen gemalt wurden. Sie wurden von Constantinos gemalt, ein Meister, der in der Umgebung der griechischen postbyzantinischen Malerei ausgebildet wurde. Die Farben rot, blau und grün sind vorwiegend und die drei Farben werden auf dem Goldenhintergrund hervorgehoben”, sagt uns der Museograph.

Die Rumänische Moderne Kunstgalerie
Wenn Sie die Geschichte der rumänischen Kunst mitten des XIX. Jahrhunderts bis zum Ende der 1970- Jahre erfahren möchten, sollten Sie die Rumänische Moderne Kunstgalerie besuchen. Unser gastgeber sagt uns, dass die monographische Auswahl der Meister wie Theodor Aman, Nicolae Grigorescu, Ioan Andreescu die enge Verbindung mit der französischen Malerei der Zeit hervorheben. Wenn Sie die Kunst lieben, können Sie hier Ștefan Luchian, Theodor Pallady, Gheorghe Petrașcu, Nicolae Tonitza oder Ștefan Dimitrescu, aber auch M.H. Maxy, Marcel Iancu und Victor Brauner entdecken.
Weil das Museum eine bedeutende Anzahl der Werke von Nicolae Grigorescu besitzt, soll man auch vor einem Gemälde des berühmten Künstlers anhalten.

Das Werk „Die französische Bäuerin im Weingarten” wurde gemalt, als der Maler of nach Frankreich reiste. Im Zeitraum 1876-1887 fuhr der Künstler oft nach Bretanien, denn er war von der städtischen und ländlichen Landschaft fasziniert. Durch dieses Gemälde entdeckt man Grigorescu, der mit der Malerei im Freien, aber auch mit der Malerei der Impressionisten vertraut war. „Der Künstler verbindet die französische Modernität mit der Freude aus der Natur und der menschlichen Natur”, unterstreicht unser Gastgeber.

In derselben Galerie entdeckt man Dimitrie Paciurea, der hier mehrere Exponate hat. Wie man weiss, wurde der Künstler im Zeitraum 1926 – 1928 von persönlichen Trugbildern geplagt, die sein Werk beeinflussten und so entstand das Werk der „Chimären”, ein Zyklus von Arbeiten, deren Titel auf die uralten Mythologien und Symbole verweisen. „Die Chimäre der Erde, das entstandene Ungeheuer aus den Elementen der griechischen und volkstümlichen rumänischen Mythologie, hat Löwenpfoten und den Frauenkopf anstelle des üblichen Ziegenkopfes. Ihre Gestalt zeigt die Unmöglichkeit, sich von der Erde zu trennen.”, erklärt uns Georgiana Iacob.

In einem anderen Saal sieht man Victor Brauner, einen anderen wichtigen Vertreter unserer Kultur, der in Frankreich lebt und weltweit anerkannt ist. Georgiana Iacob erinnert uns, dass Victor Brauner einer der Anhänger der überrealistischen Bewegung ist. In der Galerie von MNAR befindet sich, unter anderem, das Werk „der Drache”. Für die Werke von Victor Brauner ist der Drache ein emblematisches Bild.
Der Besuch bei der Rumänischen Modernen Kunstgaleriekann nicht enden, ohne die Meisterwerke von Nicolae Tonitza zu bewundern.
Wenn man in den „Flur der Würdenträger” eingeht, der sich links befindet, sind zwei Werke von Nicolae Tonitza der Eingangstür gegenüber auffällig. „Wie Sie sehen, werden die Gruppe von jungen Frauen auf dem Hintergrund abgebildet, der auf die „Silberküste” verweist. Unter diesem Namen war damals die Gegend um Balcic bekannt. Ausser der spezifischen Landschaft, erkennt man in den Werken von Tonitza dieselbe Abbildung des weiblichen Gesichts, wodurch er sich auszeichnet. Hier sieht man auch Ali, den jungen Knaben mit rotem Fes, der von Tonitza in zahlreichen Zeichnungen dargestellt wurde. Sehen Sie, dass die Personen im sich an den blauen Rand anlehnen, der den Rand im Unterteil verdoppeln? Es ist ein alter Trick, der von Tonitza von den Renaissancemeistern übernommen wurde, um die Grenze zwischen dem Gemälde und dem Betrachter zu entfernen”, erklärt uns Georgiana Iacob.

Mit unserer Reise wollten wir Ihr Interesse erwecken, dieses einzigartige Museum zu besuchen. Ohne zu übertreiben, kann ich sagen, dass das Nationale Kunstmuseum Rumäniens mit allen Museen aus den Hauptstädten konkurrieren kann. Die Exponate, ihre Schönheit und Bedeutung, aber auch die Art und Weise, wie die Galerien und Räume gestaltet wurden, kann man nicht übersehen.
Man kann das Museum nicht verlassen, ohne das Zentralgebäude zu besuchen, wo das Königliche Wohnzimmer und den Thronsaal bewundert werden können. Diese Räume haben eine historische Resonanz und sie sind für die Ausbauarbeiten beim Palast nach dem Jahre 1930 repräsentativ. Aber darüber werden wir in einem anderen Artikel sprechen.


